Ärger in der Semperoper wegen Lockdown-Zwangspause: Thielemann gegen Theiler

Von Jörg Schurig

Dresden - Misstöne an der Semperoper: Intendant Peter Theiler (64) hat am Montag Darstellungen von Chefdirigent Christian Thielemann (61) und dem Orchestervorstand der Staatskapelle widersprochen, deren Arbeit in der Corona-Pandemie zu behindern.

Chefdirigent Christian Thielemann (61).
Chefdirigent Christian Thielemann (61).  © Monika Skolimowska/dpa

Thielemann hatte am Montag den "Dresdner Neuesten Nachrichten" gesagt: "Sie glauben gar nicht, wie enttäuscht ich bin, dass ein Orchester wie die Staatskapelle nicht spielen darf und dass es bei uns am Haus nicht mehr Anstrengungen gegeben hat, da etwas zu ermöglichen."

Zugleich wurde Orchestervorstand Holger Grohs mit den Worten zitiert: "Ein Intendant sollte im Rahmen dieser Maßgaben Kultur ermöglichen und nicht verhindern."

Theiler reagierte deutlich und sprach von "völligen Fehldarstellungen und mangelnder Einsicht".

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Als Sachsen am 8. Januar angesichts dramatisch hoher Infektionszahlen eine neue Schutzverordnung erließ, habe er Thielemann gesagt, dass Proben für Richard Strauss' "Heldenleben" mit 100 Musikerinnen und Musikern auf der Bühne nicht ratsam wären und man sich besser auf ein kleineres Projekt beschränken sollte:

"Da gab es kein Verständnis, deshalb habe ich die Probe abgesagt. Schließlich habe ich als Intendant Verantwortung für Leib und Leben meiner Mitarbeiter."

Theiler weiter: "In der Krise zeigt sich das wahre Gesicht der Loyalität. Ich appelliere an Vernunft, an Zusammenhalt und bitte um Unterstützung für die Haltung der Geschäftsführung."

Intendant Peter Theiler (64).
Intendant Peter Theiler (64).  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Fünf Musiker der Staatskapelle hatten beim Arbeitsgericht in Dresden ihr Recht auf Arbeit per einstweiliger Verfügung einklagen wollen. Das Gericht wies das zurück. Die Berufungsverhandlung am Landesarbeitsgericht Chemnitz ist für den 31. März terminiert

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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