Amtlich: Sarrasani muss Zelte am Elbufer endgültig abbrechen!

Dresden - Die Pechsträhne für André Sarrasani (47) scheint in diesem Jahr kein Ende nehmen zu wollen.

Es ist nicht sein Jahr: André Sarrasani (47).
Es ist nicht sein Jahr: André Sarrasani (47).  © Norbert Neumann

Erst das Unfalldrama mit Tigerdame Kaya (7, sie biss einen Bauarbeiter), dann musste er auch den Tod seines schwarzen Panthers Jada (†3) verkraften. 

Nun macht auch noch das Bauaufsichtsamt Probleme: Der Trocadero-Chef muss seine gerade erst errichteten Zelte am Elbufer neben dem Congress Center wieder abbrechen (TAG24 berichtete). 

Das teilte jetzt die Stadt Dresden mit. Bereits am Freitag stoppte das Amt den weiteren Aufbau der Zirkusarena. Nun ist klar, dass auch nicht weiter aufgebaut werden darf. 

Sarrasani muss einen anderen Standort für seinen Zirkus finden.

"Die Zelte und Container widersprechen in mehrfacher Hinsicht geltendem Recht: Für den Standort gibt es den rechtskräftigen Vorhaben bezogenen Bebauungsplan Nr. 602. Festgesetzt sind ein Kongresszentrum mit Kongresssälen, Konferenz- und Sitzungsräumen sowie ein Hotel. Für den Standort der Zelte ist eine Grünfläche ausgewiesen", heißt es in der Begründung der Stadt. 

Auf gut Deutsch: Wo eine Grünfläche ausgewiesen ist, muss auch eine sein. 

Sarrasani soll Bauantrag nie gestellt haben

Jetzt muss alles wieder abgebaut werden.
Jetzt muss alles wieder abgebaut werden.  © Norbert Neumann

„Zudem liegt das Vorhaben vollständig im festgesetzten Überschwemmungsgebiet. Der Bauherr müsste deshalb nachweisen, dass er das Grundstück bei einer Überschwemmungsgefahr vollständig beräumt haben wird."

Außerdem seien mehrere Abstandsregelungen nicht eingehalten worden. 

"Vor allem aber bestehen Bedenken wegen des Brandschutzes. Ein Brandüberschlag von den Zelten und Containern wäre bei entsprechender Windrichtung ein ernstes Problem", so das Rathaus.

Das Bauaufsichtsamt hatte die Bauarbeiten am Freitag stoppen lassen, nur wenige Tage nachdem die Aufstellung der Zelte beantragt wurde. Darin sei eine Nutzung vom 20. November bis 7. Februar angezeigt gewesen. 

Tatsächlich begann Sarrasani jedoch bereits am Montag, 05. Oktober 2020, mit dem Aufbau der Zelte. 

"Damit sollen die Zelte länger als drei Monate stehen und brauchen eine Baugenehmigung. Nach einer Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums des Innern über fliegende Bauten ist bei einer Standzeit von über drei Monaten im Einzelfall zu prüfen, ob die Anlage (bau-)genehmigungsbedürftig ist.“

Einen Bauantrag habe Sarrasani aber nie gestellt, somit sind seine Zelte nicht genehmigungsfähig. Wie es jetzt mit dem Zirkus und dem Weihnachtsgeschäft weitergeht, ist noch unklar.

Update, 13. Oktober, 19.05 Uhr: Sarrasani überrascht

André Sarrasani zeigte sich am Abend überrascht: "Ich habe gestern mit dem Tiefbauamt verhandelt und dabei den Eindruck gewonnen, alles ließe sich regeln." Jetzt will der Magier erst mal den förmlichen Bescheid abwarten.

Titelfoto: Norbert Neumann

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