Bilder malen in Öl und Acryl: Die geheime Leidenschaft des Messechefs

Dresden - Großveranstaltungen und Messen sind sein Geschäft - seit 14 Jahren. Erst am Wochenende lud Ulrich Finger (67) zur dreitägigen Kunstmesse "NEUE ArT" ins Ostragehege ein. Zwischen den über 100 Künstlern fühlte sich der Geschäftsführer der Messe Dresden sichtlich wohl. Aus gutem Grund.

In seinem Büro zeigt Ulrich Finger (67) eine Auswahl seiner Bilder. Rechts sein Lieblingsmotiv "Der eingesperrte Engel".
In seinem Büro zeigt Ulrich Finger (67) eine Auswahl seiner Bilder. Rechts sein Lieblingsmotiv "Der eingesperrte Engel".  © Eric Münch

"Wenn ich erstmal in Rente bin, stelle ich hier vielleicht selbst aus", verrät Finger.

Ab Ende Juni 2023 kann er sich als Ruheständler rund um die Uhr von der Muse küssen lassen und ungehemmt der Malerei frönen. Bisher bekamen seine Acryl-Bilder nur die Familie, Freunde und Kollegen zu Gesicht. Doch das könnte sich ändern.

"Ich male, seit ich 15 Jahre alt bin. Im Zeichenzirkel der Schule hat es angefangen. Mein erstes richtiges Bild von 1972, eine abstrakte Blume, besitze ich noch - und würde es auch nie verkaufen", schüttelt Finger den Kopf. Nach einer fast 30-jährigen Malpause griff er 2010 wieder zum Pinsel. "Meine Frau schubste mich an, schenkte mir einen Malkurs."

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Das Eis war gebrochen, die Lust am Malen wieder entfacht. "Heute rolle ich zu Hause unterm Dach einen alten Teppich aus, stelle meine Staffelei drauf und male los. Der Prozess des Malens ist für mich sehr entspannend."

Finger führt Buch über seine Werke, rund 100 hat er dokumentiert. "Viele habe ich verschenkt, auch an Mitarbeiter, die die Bilder in ihren Büros aufgehängt haben." Ein Motiv mag Ulrich Finger besonders. Ein Engel schaut durch ein kleines Loch in einer Wand. Er sieht die Freiheit, aber kann nicht hinaus. "Ich habe es 1980 in der DDR gemalt. Die erste Variante entstand auf kleinem Format in Öl, größere in Acryl folgten."

Noch schaut er sich nur um: Messe-Chef Ulrich Finger (67) auf der Kunstmesse "NEUE ArT" im Ostragehege.
Noch schaut er sich nur um: Messe-Chef Ulrich Finger (67) auf der Kunstmesse "NEUE ArT" im Ostragehege.  © Eric Münch
Ein altes Holzstück hat Ulrich Finger (67) in eine Skulptur verwandelt. Richtig reizen würde ihn ein Bronzeguss.
Ein altes Holzstück hat Ulrich Finger (67) in eine Skulptur verwandelt. Richtig reizen würde ihn ein Bronzeguss.  © Eric Münch

Vielleicht findet der Engel ja 2024 einen Platz auf der Kunstmesse 2024.

Titelfoto: Eric Münch

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