Concerto grosso für fünf Schaufelraddampfer: Dampfpfeifen-Komponist Gundlach geht die Düse

Dresden - "Rhythmisch, schwungvoll und fließend" soll es klingen, wenn am Samstag (18.30 Uhr) das "Concerto grosso - für fünf Schaufelraddampfer" mit Orchester auf der Elbe am Terrassenufer ertönt.

Musiker Andreas Gundlach (46) komponierte das "Concerto grosso" für die Schaufelraddampfer.
Musiker Andreas Gundlach (46) komponierte das "Concerto grosso" für die Schaufelraddampfer.  © PR

So wünscht es sich der Komponist Andreas Gundlach (46). Er selbst ist schon "ganz schön aufgeregt".

Es ist immerhin eine Weltpremiere! Die Idee der singenden Dampfer wurde während der Vorbereitungen des Elbe-Konzerts der Dresdner Sinfoniker geboren.

Die Zeit war knapp: Fast 100 Seiten Partitur hat Gundlach innerhalb weniger Wochen geschrieben. Die Rollen sind verteilt: Fünf Kapitäne der Dresden, Meissen, Diesbar, Wehlen und Leipzig stehen am Pfeifenpedal, je ein Subdirigent steht daneben, liest die Partitur und gibt Tret-Anweisungen.

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Während die Dampfer am Anleger liegen, stehen die 24 Musiker auf dem Schiff "Domarin" in der Flussmitte. "Das Orchester stimmt sich harmonisch auf den Klang der Dampfer ein", so der Komponist.

Eine Herausforderung, denn Dampferpfeifen sind launisch: Je nach Wetter und Trittstärke am Pedal pfeifen sie auf jeglichen festgelegten Tonhöhen-Gehorsam.

Kapitän Andreas Weber (49) vom Dampfer "Dresden".
Kapitän Andreas Weber (49) vom Dampfer "Dresden".  © Steffen Füssel
Das Pedal zum Pfiff wird getreten, wenn der Subdirigent das Signal gibt.
Das Pedal zum Pfiff wird getreten, wenn der Subdirigent das Signal gibt.  © Steffen Füssel
Die "musikalischen" Dampfer reihen sich am Terrassenufer auf.
Die "musikalischen" Dampfer reihen sich am Terrassenufer auf.  © Steffen Füssel

Am ehesten Verlass ist auf die Pfeife der Diesbar, in der Tonlage eines Kindersoprans. Eine weitere Herausforderung ist, dass das "Concerto grosso" ohne Generalprobe gestemmt werden muss. Vor dem Auftritt werden die Kapitäne und Subdirigenten lediglich zu einer "Trockenübung" zusammenkommen.

Bis dahin sollte entschieden sein, nach welcher Pfeife die Leipzig tanzt: Wenn die eigene noch defekt ist, wird die geliehene Lößnitzgrundbahnpfeife ihre Lok-Stimme erklingen lassen.

Titelfoto: Steffen Füssel, PR

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