Corona-Krise: Das sagen Dresdens Kultur-Macher zur Zwangspause

Dresden - Von der Einstellung des öffentlichen Lebens ist auch die Kulturszene stark betroffen. Alle Konzerte wurden abgesagt, Theater geschlossen. Wie in der Gastronomie ist auch in der Bühnen-Branche wenig Geld da, die Spielstätten wirtschaften meist nur knapp über Null.

Tom Pauls ist von der Corona-Krise hart getroffen. 
Tom Pauls ist von der Corona-Krise hart getroffen.  © Daniel Förster

Dresdens Ausgeh-Magazin Augusto hat mit mehreren Kulturschaffenden in Dresden gesprochen. Dabei zeichnet sich ein tragisches Bild aus Verzweiflung, Unsicherheit, aber auch Hoffnung.

Schauspieler Tom Pauls, der auch ein eigenes Theater betreibt, sagt: "Gesundheitlich bin ich stabil. Ansonsten durchlebe ich mit Unsicherheit den Tag. Ich bin in Sorge um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Theaters, aber auch der freien Künstlerinnen und Künstler und der Techniker. Außerdem vermisse ich das Publikum und hoffe sehr, es geht allen soweit gut."

Und weiter: "Es überwiegt die Hoffnung, dass es vorbei- und dann weitergeht. Aber hoffentlich nicht so wie bisher. Denn der gesellschaftliche Wahnsinn mit seiner völlig überhitzten Wachstumskurve wird und muss abflauen. Dass sich das ändert, macht mir Hoffnung."

Klaus Körner, Chef der Groovestation, sagt: "Ich bin schon ein wenig geschlaucht von der Auseinandersetzung mit der sehr dynamischen Entwicklung der letzten 14 Tage. Vorletzten Freitag hat die GrooveStation mit vielen anderen im Klubnetz Dresden verbundenen Clubs die Veranstaltungen aus freier Entscheidung abgesagt. Wir haben das aus Sorge um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Gäste entschieden, verbunden allerdings mit einer großen Sorge um die wirtschaftlichen Auswirkungen. Mittlerweile wächst bei mir die Zuversicht auf ein solidarisches Miteinander, um die Krise zu meistern."

"Ein kompletter Ausgleich der Ausfälle ist Stand heute nicht realistisch."

Der Theaterkahn am Terrassenufer.
Der Theaterkahn am Terrassenufer.  © Steffen Füssel

John Jaeschke, Geschäftsführer der Riesaer Sachsenarena: "Ohne Frage, die Ereignisse der letzten Tage haben uns sicher alle mitgenommen. Wir sind uns aber der Gefahr durch das Corona-Virus vollends bewusst und haben vollstes Verständnis für die getroffenen Maßnahmen des Freistaates und der Bundesregierung.

Aber: "Niemand kann heute seriös bewerten, wie sich die Auswirkungen auf die gesamte Branche niederschlagen. Ein kompletter Ausgleich der Ausfälle ist Stand heute nicht realistisch."

Holger Böhme vom Theaterkahn zeigt sich gefasst: "Der Schock lässt nach und wir sind bereits wieder am Pläne schmieden. Die Mannschaft des Theaterkahns geht erst einmal geschlossen in Kurzarbeit. Für uns ist es entscheidend, die Kostenuhr anzuhalten. Aber natürlich haben wir auch noch mit der Rückerstattung schon verkaufter Karten zu tun."

Gespräche wurden außerdem geführt mit Thomas Schuch vom FriedrichstaTT Palast, Mirko Glaser vom Jazzklub Blue Note, Uwe Proksch von der Kufa Hoyerswerda, Lutz Hillmann vom Sorbischen Volkstheater Bautzen, Marco Vollmann vom Dresdner Puppentheater und Musiker Thomas Stelzer.

Alle Interviews findet Ihr HIER

Titelfoto: Daniel Förster

Mehr zum Thema Dresden Kultur & Leute:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0