Die Kirchen sind wieder auf: Schlange stehen für den lieben Gott in Dresden

Dresden - Darauf haben Dresdens Christen wochenlang gewartet.

In der Heilig-Geist-Kirche fand diesen Sonntag eine besondere Art von Gottesdienst statt.
In der Heilig-Geist-Kirche fand diesen Sonntag eine besondere Art von Gottesdienst statt.  © Holm Helis

Dieser Sonntag war der erste seit Beginn der Corona-Krise, an dem sie wieder zum Gottesdienst in die Kirchen durften. Von Normalität kann jedoch keine Rede sein. Denn die Teilnehmerzahl ist auf nur 15 Personen beschränkt.

In der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz hat man sich deshalb etwas Besonderes ausgedacht. Neben vier "klassischen" Gottesdiensten wurde in der Heilig-Geist-Kirche ein "Gottesdienst-Weg" angeboten. 

Dort konnten die Gläubigen Elemente des Gottesdienstes wie Verkündigung und Fürbitte bei einem Gang durch die Kirche erleben. 

Vor dem Eingang hat sich Gemeindepädagoge Stephan Wilczek (39) positioniert und die Wartenden nach und nach mit einem erklärenden Zettel und einem Stift in das Gotteshaus geschickt. 

Etwa 15 waren es zu Beginn um 10 Uhr. Eine Stunde später sah es ähnlich aus. "Ich bin gespannt", war immer wieder zu hören.

Besser als Fernsehgottesdienst

Vor der Kirche standen die Gläubigen Schlange.
Vor der Kirche standen die Gläubigen Schlange.  © Holm Helis
Gemeindepädagoge Stephan Wilczek (39) hat die Wartenden nach und nach in die Kirche gelassen.
Gemeindepädagoge Stephan Wilczek (39) hat die Wartenden nach und nach in die Kirche gelassen.  © Holm Helis
Martin Matzke (58) findet die Idee vom Kirchweg interessant.
Martin Matzke (58) findet die Idee vom Kirchweg interessant.  © Holm Helis

Im Inneren erwartete die Besucher leise Musik und ein abgesteckter Weg mit mehreren interaktiven Stationen und Hinweisschildern passend zum Gebetstext. 

Dabei konnten sie aufschreiben, was ihnen in der aktuellen Situation fehlt. Der Weg führte auch durch die Räume hinter dem Altar, die sonst nicht zugänglich sind. Nach 10 bis 15 Minuten wurde man am Ausgang von Pfarrer Albert Hantsch verabschiedet.

Dieser erhielt durchweg positive Reaktionen. "Es war interessant", sagte Martin Matzke (58) aus der Gemeinde, der diesen Sonntag auch in der Schlange stand. 

"Das ist ein guter Kompromiss zwischen dem Verzicht und dem Gottesdienst. Im Gegensatz zum Fernsehgottesdienst hat man so eine Verbindung zur Gemeinde." 

Titelfoto: Holm Helis

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