Doch kein Geld vom Land: Fernsehturm-Eröffnung steht auf der Kippe!

Dresden - Eigentlich war alles klar: Bund, Land und Stadt wollen zusammen den Dresdner Fernsehturm sanieren (TAG24 berichtete). Doch seither geht reichlich schief. 

Thomas Löser (48, Grüne) will notfalls eine "Wiedereröffnung-Light" mit wenigen Besuchern pro Tag.
Thomas Löser (48, Grüne) will notfalls eine "Wiedereröffnung-Light" mit wenigen Besuchern pro Tag.  © Thomas Türpe

Corona lässt das fast 70 Millionen Euro teure Projekt als Luxus erscheinen, das Verkehrskonzept ist kaum umsetzbar und jetzt die nächste Hiobsbotschaft: Die versprochenen Millionen vom Freistatt fließen vorerst nicht.

"lm aktuellen Doppelhaushalt sind für die Kofinanzierung des Projektes keine Mittel gesondert veranschlagt." 

Und: "Die Absichtserklärung über die Zurverfügungstellung von Landesmitteln steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt der Haushaltsaufstellung." Das ergab jetzt eine Landtags-Anfrage von Thomas Löser (48, Grüne).

Damit wackeln 6,4 Millionen Euro. Lediglich der Bund hatte bereits 12,8 Millionen fest zugesagt.

Kleine Führungen durch den Turm als Alternative?

Der Fahrplan zu Fernsehturm-Wiedereröffnung droht aus den Fugen zu geraten.
Der Fahrplan zu Fernsehturm-Wiedereröffnung droht aus den Fugen zu geraten.  © Thomas Türpe

"Es gehört zur Wahrheit dazu, dass das Geld für eine Sanierung momentan nicht da ist. Auch für die Zukunft haben wir nur Absichtserklärungen, auf dessen Grundlage die Stadt jetzt eigene Millionen zur Verfügung stellen soll", warnt Löser.

Generell gelten die Grünen und aktuell auch Teile der SPD als Wackelkandidaten bei der geplanten Sanierung, die auch im Rat nochmals beschlossen werden muss.

"Ich verstehe, dass viele Dresdner auf den Turm wollen, das sollte man ermöglichen, allerdings eine Nummer kleiner", so Löser. 

Im sanierungsbedürftigen Fernsehturm dürfen aktuell nur Zehnergruppen unterwegs sein.
Im sanierungsbedürftigen Fernsehturm dürfen aktuell nur Zehnergruppen unterwegs sein.  © Max Patzig

Sein Vorschlag: Führungen durch den Fernsehturmverein auf Anmeldung. Damit gäbe es die Möglichkeit für Interessierte den Turm zu besichtigen, "Massentourismus" bliebe aus.

Titelfoto: Thomas Türpe

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