Dresden macht's online: Theaterfestival startet im Netz, kostenlos für alle!

Dresden - Ob man es mag oder nicht: Wenn Kunst und Kultur im realen Leben nicht möglich sind, bleibt immer noch das Internet als Ausweichort.

Aufgrund von Corona muss das diesjährige Theaterfestival von Dresden eben digital stattfinden.
Aufgrund von Corona muss das diesjährige Theaterfestival von Dresden eben digital stattfinden.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die zehnte Ausgabe des Europäischen Festivals für junge Regie "Fast Forward" des Staatsschauspiels Dresden findet nun ausschließlich online auf virtueller Bühne statt. Am Donnerstag geht's los.

"Fast Forward", das war in den Vorjahren ein Treffpunkt für junge Theaterschaffende, zehn Bühneninszenierungen wurden jeweils zweimal gezeigt.

Für das Coronajahr 2020 hatte man vorausschauend eine hybride "Fast Forward At Work"-Ausgabe geplant, halb analog, halb virtuell.

Jetzt sind nur noch deren Online-Formate möglich. Festival-Kuratorin Charlotte Orti: "Natürlich ist das unglaublich frustrierend, da wir der Pandemie doch schon Rechnung getragen hatten." Die Online-Ausgabe soll aber auch zeigen: "Es gibt uns noch."

"Fast Forward At Work" findet nun vom 12. bis 15. November komplett auf einer digitalen Bühne statt, die vom Gießener Künstlerduo Studio Beisel konzipiert wurde - eine virtuelle Oberfläche, deren analoge Entsprechung unter dem Titel "Das Schloss" im Albertinum hätte realisiert werden sollen.

Es bleiben digitale Morgenlesungen aus Stanislaw Lems "Golem XIV" (täglich ab 10 Uhr). Hinzu kommen Interviews, Live-Diskussionen sowie vier Inszenierungen, jeweils um 20.30 Uhr.

Infos und Unterhaltung liefert das Campusradio der TU, für die Online-Festival-Partys streamen DJs live aus dem Hole of Fame und dem objekt klein a.

Ob Stream, Instagram oder im Radio: "Fast Forward" gibt sich kreativ"

Marion Siéferts Monolog-Inszenierung "_jeanne_dark_" mit Helena de Laurens funktioniert sowohl auf der Theaterbühne als auch direkt im Instagram-Kanal.
Marion Siéferts Monolog-Inszenierung "_jeanne_dark_" mit Helena de Laurens funktioniert sowohl auf der Theaterbühne als auch direkt im Instagram-Kanal.  © Matthieu Bareyre

Was es bedeutet, Theater - normalerweise ein Ort der unmittelbaren Begegnung - auf eine Plattform im Netz zu verlagern, müsse man erst noch sehen. 

"Wir probieren Dinge aus, die man noch nicht erprobt hat", so hatte es Charlotte Orti angekündigt. Für die Online-Ausgabe gilt das erst recht.

Ein Modell für die Zukunft sei es indes nicht: "Wie auch die vorproduzierten Interviews zeigen, eint die Theatermacher eine Sehnsucht: Alle wollen zurück in die Wirklichkeit."

Ein Instagram-Monolog ("_jeanne_dark_" am Donnerstag), ein Straßeninterview-Film ("Boulevard de Dresde/Straßburger Platz" am Freitag), der Stream einer Bühnenaufführung ("Woyzeck" am Sonnabend) und ein Radiofeature ("The Last Vinnetou" am Sonntag) - ist das noch Theater? Sicherlich seien das eher multimediale Arbeiten, räumt Kuratorin Orti ein.

Sie verweist aber etwa auf "_jeanne_dark_" von der französischen Regisseurin Marion Siéfert, der "Fast Forward"-Vorjahressiegerin: "Sie versucht, Theater und Social Media zu verschmelzen. Das funktioniert tatsächlich, sowohl online als auch auf der Bühne, und ist im Ergebnis echt verblüffend."

Zugang zum kostenfreien Programm: www.fastforw.art

Titelfoto: Matthieu Bareyre

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