Dresden zeigt Herz! Riesige Hilfswelle für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

Dresden - Während Kriegstreiber Wladimir Putin (69) seine Truppen in der Ukraine weiter vorrücken lässt, sind die ersten Flüchtlinge bei uns angekommen.

Auch die Initiative "Direkthilfe Dresden" sammelte Spenden, lädt diese zum Zwischentransport in einen Bus, der sonst für Stadtrundfahrten eingesetzt wird.
Auch die Initiative "Direkthilfe Dresden" sammelte Spenden, lädt diese zum Zwischentransport in einen Bus, der sonst für Stadtrundfahrten eingesetzt wird.  © Tino Plunert

Die Hilfsbereitschaft der Dresdner ist enorm: Das Rathaus organisiert Unterkünfte, Vereine und Initiativen Spenden-Konvois, um vor Ort im Krisengebiet zu helfen. Zahlreiche Dresdner bieten ihre Wohnungen an.

Es sind vor allem Frauen mit Kindern, die Heimat und Männer zurücklassen müssen. 49 ukrainische Flüchtlinge wurden laut Landesdirektion bis Dienstag in Dresdner Aufnahmeeinrichtungen untergebracht. Einige weitere Dutzend kamen bei Verwandten oder Freunden unter.

"Wir merken, dass langsam immer mehr kommen", sagt Natalija Bock (47) von der ukrainischen Gemeinde in Dresden. Gleichzeitig erhält sie immer mehr E-Mails und Anrufe mit Hilfsangeboten. "Das ist Wahnsinn, ich bin so dankbar", sagt sie. "Wir bauen dafür im Internet gerade ein Koordinierungszentrum auf."

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Unter plattform-dresden.de sollen Helfer ab dem heutigen Mittwoch Wohnungen anbieten können, auch Transporte koordiniert werden.

Zentrale Anlaufstelle für Unterstützer

Helfer mit Herz: Musiker Ronny Jentzsch (45) bietet seine Wohnung in Dresden für eine ukrainische Flüchtlingsfamilie an.
Helfer mit Herz: Musiker Ronny Jentzsch (45) bietet seine Wohnung in Dresden für eine ukrainische Flüchtlingsfamilie an.  © Norbert Neumann

Im Gegensatz zu anderen Kommunen schaffte es das Rathaus erst Dienstagabend, eine zentrale Anlaufstelle für Unterstützer einzurichten (dresden.de/ukraine-hilfe).

"Das hatte mich gewundert", sagt Ronny Jentzsch (45), Musiker ("Fresh Fox") aus Dresden. "Ich will helfen, habe über Facebook meine Wohnung für eine ukrainische Familie angeboten." Er selbst würde dann zu seiner Partnerin ziehen.

Zahlreiche Dresdner Hilfsorganisationen und Initiativen sammeln Spenden, bereiten Transporte ins Krisengebiet vor.

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Schon seit Tagen sind Dutzende Helfer des Vereins Mission-Lifeline in der Slowakei, transportieren ankommende Flüchtlinge aus dem Grenzgebiet in sichere europäische Häfen wie etwa nach Görlitz.

Geldspenden helfen am meisten

Auch Schlafsäcke und Isomatten wollen die Dresdner Helfer zu den Flüchtlingen im Krisengebiet transportieren.
Auch Schlafsäcke und Isomatten wollen die Dresdner Helfer zu den Flüchtlingen im Krisengebiet transportieren.  © Tino Plunert

Da es ausreichend Nahrung gebe, seien Geldspenden am hilfreichsten", sagt Vereins-Chef Axel Steier (46). Diese würden etwa für Benzin und Übernachtungskosten gebraucht.

Auch Transporte mit Windeln, Isomatten und Medikamenten in Richtung Ukraine werden vorbereitet.

Sachspenden sammeln etwa die Caritas, der Verein "Fanprojekt Dresden", die Gruppe "Direkthilfe Dresden".

Dienstag startete ein DRK-Konvoi auch mit sächsischen Helfern und 88 Tonnen Hilfsgütern nach Polen, etabliert dort ein Nothilfe-Drehkreuz.

Der Dresdner Verein "arche noVa" ist seit 2016 in der Ukraine mit Hilfsprojekten aktiv, leistet ebenfalls akute Nothilfe.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66) will am heutigen Mittwoch zur musikalischen Friedensandacht (18 Uhr) in die Frauenkirche kommen, ein Zeichen für die Solidarität mit der Ukraine setzen.

Im Hilfseinsatz: DRK-Sprecher Kai Kranich (39) brach Dienstag nach Polen auf.
Im Hilfseinsatz: DRK-Sprecher Kai Kranich (39) brach Dienstag nach Polen auf.  © Eric Münch
Kümmert sich um ein Hilfsportal für Dresdner Helfer: Natalija Bock (47) von der ukrainischen Gemeinde in Dresden.
Kümmert sich um ein Hilfsportal für Dresdner Helfer: Natalija Bock (47) von der ukrainischen Gemeinde in Dresden.  © Steffen Füssel
Helfer vor Ort: Der Dresdner Verein Mission-Lifeline transportiert Flüchtlinge aus dem Ukraine-Nachbarland Slowakei in sichere europäische Häfen.
Helfer vor Ort: Der Dresdner Verein Mission-Lifeline transportiert Flüchtlinge aus dem Ukraine-Nachbarland Slowakei in sichere europäische Häfen.  © MISSION LIFELINE/Clemens Ledwa
Immer mehr Menschen flüchten aus der Ukraine, darunter viele Frauen und Kinder.
Immer mehr Menschen flüchten aus der Ukraine, darunter viele Frauen und Kinder.  © DPA

Und so läuft's in anderen Städten

Schon vor Tagen richtete die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (43, Linke) für Leipzig eine Wohnungsbörse im Internet ein (linxxnet.de/ukraine), trat damit eine Welle der Hilfsbereitschaft los.

Die Stadt Chemnitz richtete mit dem "Freiwilligenzentrum Chemnitz" ein Hilfe-Portal (aktiv-in-chemnitz.de) ein, nennt Ansprechpartner für telefonische Fragen.

Der Landkreis Bautzen hält ebenfalls Informationen bereit, was und wo Helfer spenden können. Auch Angebote für die Unterbringung der Kriegsflüchtlinge nimmt das Landratsamt entgegen.

Titelfoto: Montage: Tino Plunert, dpa

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