Dresdner Museen in der Krise: Wird die Kultur überleben?

Dresden - Inwieweit gehen die finanziellen Folgen der Corona-Krise den Museen im Land an die Substanz? Gehen Sie ihnen überhaupt an die Substanz? In Sachsen fallen die Antworten unterschiedlich aus.

Dresdens Kulturbürgermeisterin Klepsch (43, Linke).
Dresdens Kulturbürgermeisterin Klepsch (43, Linke).  © Petra Hornig

Die Museenlandschaft in Deutschland könne infolge der Pandemie an Vielfalt einbüßen, stellte der Deutsche Museumsbund in der vergangenen Woche fest.

"Ich würde per se es nicht ausschließen, dass tatsächlich Museen zugemacht werden", so Vizepräsidentin Christina Haak.

Mit bundesweiter Perspektive teile sie diese Befürchtungen hinsichtlich finanzschwacher Kommunen und Landkreise, wenn die öffentlichen Haushalte in den nächsten Jahren sparen müssten, sagt Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (43, Linke).

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Für Dresden könne sie diese Befürchtungen aktuell nicht bestätigen. Aber: Ohne Einschnitte geht es auch in der sächsischen Landeshauptstadt nicht.

"Die Finanzierung der Museen ist gesichert, gleichwohl müssen wir bereits in 2021/22 Kürzungen an Sachkosten bei den städtischen Museen verkraften", so Klepsch.

Neben diesen ist die Stadt auch an der Finanzierung von Verkehrsmuseum und Stiftung Deutsches Hygienemuseum beteiligt.

Müssen Angestellte der Museen nun um ihre Jobs fürchten?

Das Landhaus mit Stadtmuseum.
Das Landhaus mit Stadtmuseum.  © Norbert Neumann

Wird an Sachkosten gekürzt, bedeutet das, dass die Personalkosten unberührt bleiben. 65 Stellen sind es, die aus dem Stadtsäckel finanziert werden.

Es gebe "keine Stellenkürzungen", da diese "zentral im Personalkostenhaushalt der LHD (Landeshauptstadt Dresden, Red.) finanziert" seien. Betrifft es die Sachkosten, sind es vor allem Ausstellungsprojekte, die in Bedrängnis kommen.

Die Folgen seien für die Museen eklatant, sagt Richard Stratenschulte (61), Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Städtischen Museen: "Die deutlichen Einschnitte ziehen unter anderem die Streichung von Ausstellungen, die Einschränkung von Angeboten im Bereich der Bildung und Vermittlung sowie der Öffentlichkeitsarbeit nach sich."

Laut der Kulturbürgermeisterin fehlt insbesondere Geld für die Fortschreibung der Dauerausstellung Stadtgeschichte im Stadtmuseum 1990-2020 und für die grundsätzliche Neugestaltung.

Und wie sieht es bei gesamt Sachsen aus?

Ein anderes Bild ergibt sich in der Haushalts- und Kulturpolitik des Freistaates. "Es gibt keine Mittelkürzungen, ganz im Gegenteil", so eine Mitarbeiterin des zuständigen Referats: "Im Haushaltsentwurf der Staatsregierung für den Doppelhaushalt 2021/2022 sind insgesamt rund 13 Millionen Euro Aufwuchs gegenüber 2020 vorgesehen."

Das gelte zusammengenommen für die staatlichen Museen, die Stiftungen Deutsches Hygienemuseum Dresden und Schlesisches Museum Görlitz sowie für die Gedenkstätten.

Zudem habe der Freistaat für die gesamte kulturelle Infrastruktur Corona-Hilfen bereitgestellt, die die Einrichtungen in einer schwierigen Zeit stabilisiert hätten, sodass die kulturelle Vielfalt und Dichte in Sachsen habe erhalten werden können.

Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig, Norbert Neumann

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