Einer der wichtigsten Dirigenten der Gegenwart: Bernard Haitink gestorben

London/Dresden - Es mag nur wenige Stunden vor dem Ableben Udo Zimmermanns gewesen sein, dass am Donnerstag der niederländische Kapellmeister Bernard Haitink starb, Chefdirigent der Staatskapelle zwischen 2002 und 2004. Er wurde 92 Jahre alt.

Bernard Haitink (1929-2021) während eines Konzerts mit der Staatskapelle.
Bernard Haitink (1929-2021) während eines Konzerts mit der Staatskapelle.  © Matthias Creutziger

"Heute ist ein trauriger Tag für die Musikwelt, für Dresden und für die Sächsische Staatsoper", schieb gestern deren Intendant Peter Teiler (65), die Todesfälle verbindend: "Der Tod von Udo Zimmermann und Bernard Haitink, deren beider Wirken auf besondere Weise die Sprache und den Ausdruck der Musik als bindendes Gesellschaftsphänomen nachhaltig prägte, hinterlässt eine spürbare Lücke in unserem Kulturleben."

Die Staatskapelle war seit 1989 mit Haitink, der als einer der großen Dirigenten unserer Zeit galt, verbunden.

Nach dem Tod von Chefdirigent Giuseppe Sinopoli 2001 übernahm Haitink erklärtermaßen für eine Übergangszeit.

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Zwei Jahre später endete die Zusammenarbeit mit einem Eklat, nachdem das Orchester den Italiener Fabio Luisi (62) in einem undurchsichtigen Verfahren zum Nachfolger gewählt hatte. Seither war das Tischtuch zwischen Dirigent und Orchester zerschnitten, Haitink wies jeden Versöhnungsversuch ab. "Es ist vorbei. Nichts mehr zu sagen. Das Leben geht weiter", beschied sein Manager TAG24 vor zwei Jahren.

Die Staatskapelle und ihr Chefdirigent Christian Thielemann sind gleichwohl in Trauer. "In tiefer Dankbarkeit verbunden werden wir Maestro Bernard Haitink stets als einen unserer großen Chefdirigenten in Erinnerung behalten", heißt es vom Orchestervorstand.

Haitink sei einer der wichtigsten Dirigenten der Gegenwart gewesen, so Thielemann: "Ich habe ihn sehr verehrt und oft seine Konzerte gehört."

Titelfoto: Matthias Creutziger

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