"Er ist wie ein Seelenverwandter": Hier trifft ein Lebensretter seinen Schützling

Dresden - Es sind potenzielle Lebensretter: Mehr als 227 .000 Personen in Sachsen registrierten sich als Spender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Einer davon ist Ralph Krenz (57) aus Arnsdorf (bei Dresden). Mit seinem Blut schenkte er einem Jugendlichen ein neues Leben.

Registrierte sich 1999 als Spender, rettete so 17 Jahre später einen Patienten: Ralph Krenz (57) aus Arnsdorf.
Registrierte sich 1999 als Spender, rettete so 17 Jahre später einen Patienten: Ralph Krenz (57) aus Arnsdorf.  © Ove Landgraf

17 Jahre waren nach seiner Registrierung als Stammzellspender in Dresden vergangen, als Krenz 2016 einen Brief der DKMS erhielt. 

"Ich hatte damit schon gar nicht mehr gerechnet. Ich hatte mich 1999 registrieren lassen wegen eines kranken Jungen aus Freital", berichtet der Vertriebler. "Im Schreiben stand, dass ich für einen Blutkrebs-Patienten passen könnte." 

Nach einigen Tests ließ sich Krenz schließlich Stammzellen entnehmen. "Ist wie Blut abnehmen, dauert nur ein paar Stunden länger."

Einige Wochen später erfuhr der Sachse, dass die Transplantation glückte, es dem Patienten gut ginge. 

"Wir tauschten ein paar Briefe über die DKMS aus. Das läuft aber weitgehend anonym. Ich wusste nur, dass es ein 16-jähriger Jugendlicher ist", sagt Krenz.

Sein Leben zu retten war "so einfach"

Emotionale Begegnung: Lebensretter Ralph traf den heute genesen Karl Kapahnke (20).
Emotionale Begegnung: Lebensretter Ralph traf den heute genesen Karl Kapahnke (20).  © privat

Nach zwei Jahren erlischt die Anonymitätsfrist. Der mittlerweile genesene Karl Kapahnke (20) lud Krenz zu sich nach Hause bei Berlin ein. 

"Das Treffen war emotional, auch seine Familie war da. Wir haben uns alle umarmt. Ich habe mich viel mit Karl unterhalten. Es war, als würden wir uns ewig kennen", erzählt der Lebensretter. 

Der Gerettete: "Es war unglaublich berührend, einzigartig im Leben. Er ist wie ein Seelenverwandter." Beide stehen auch weiter in Kontakt.

Kapahnke studiert heute in Greifswald Medizin, empfindet die Spende als "Riesengeschenk". 

Als Held fühlt sich Lebensretter Krenz nicht: "Es ist so einfach, ein Leben zu retten, der Aufwand so gering. Jeder, der gesund ist, sollte sich als Spender registrieren lassen."

Titelfoto: privat, Ove Landgraf

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