Ihnen hat Dresden viel mehr als das Arnhold-Bad zu verdanken: Wer waren diese Gönner?

Dresden - Beim Namen Arnhold denken wohl die meisten entweder an Schwarzenegger (allerdings ohne h) oder das Georg-Arnhold-Bad. Dessen Namensgeber und seiner Familie hat Dresden allerdings weit mehr zu verdanken als nur das beliebte Spaßbad.

Georg Arnhold (1859-1926) und seine Familie gehören zu den größten Gönnern der Stadt Dresden.
Georg Arnhold (1859-1926) und seine Familie gehören zu den größten Gönnern der Stadt Dresden.  © SZ/Archiv

Anlässlich des 100. Geburtstags von Georg Arnholds (1859-1926) Enkel Henry H. Arnhold (1921-2018) würdigt die Stadt die Verdienste der Familie am Samstag mit einer Festveranstaltung.

"Die Arnholds sind eine wahnsinnige Bereicherung für Dresden", sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (49, FDP). Und das bereits, seit sie hier vor knapp 160 Jahren ein Bankhaus gegründet haben, das zeitweise die fünftgrößte Bank Deutschlands war.

Das Haupthaus stand am heutigen Karstadt, wo sich jetzt die Baugrube für das neue Verwaltungszentrum befindet.

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Das dort verdiente Geld setzte die Familie zur Unterstützung zahlreicher sozialer Vereine und Gesellschaften, der Technischen Hochschule und der Kunst ein.

Getreu dem Familie-Motto: "Diejenigen, die mit Reichtum gesegnet sind, haben eine Verpflichtung, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben."

Ohne die Arnholds gäbe es wohl kein Feldschlösschen

Das Bankhaus der Arnholds hat die Anfänge mehrerer Brauereien finanziert.
Das Bankhaus der Arnholds hat die Anfänge mehrerer Brauereien finanziert.  © Eric Münch
An der Palucca-Schule gibt es seit 20 Jahren ein Esther-Arnhold-Seligmann-Stipendium.
An der Palucca-Schule gibt es seit 20 Jahren ein Esther-Arnhold-Seligmann-Stipendium.  © Eric Münch
Die Arnholds finanzierten unter anderem mehrere Ausstellungen im Hygiene-Museum.
Die Arnholds finanzierten unter anderem mehrere Ausstellungen im Hygiene-Museum.  © Eric Münch
Das Georg-Arnhold-Bad ist noch heute nach seinem Förderer benannt.
Das Georg-Arnhold-Bad ist noch heute nach seinem Förderer benannt.  © Eric Münch
So sah das Georg-Arnhold-Bad bei seiner Eröffnung 1926 aus.
So sah das Georg-Arnhold-Bad bei seiner Eröffnung 1926 aus.  © SLUB / Deutsche Fotothek / Hahn, Walter
Stadtarchivar Thomas Kübler (56).
Stadtarchivar Thomas Kübler (56).  © Steffen Füssel

Beim 1926 eröffneten Bad zahlte die Familie drei Viertel der Bau- und zehn Jahre lang die Betriebskosten.

"Dadurch wurde ab 1926 der Schwimmunterricht verpflichtend. Das war wichtig, weil Dresden durch das Schwimmen in der Elbe eine hohe Todesrate hatte", erklärt Stadtarchivar Thomas Kübler (56).

Auch Sanierung und Bau des Hallenbades wurden in den Neunzigern unterstützt. "Ohne die Arnholds gäbe es aber auch kein Feldschlösschen, Radeberger, Kulmbacher oder Schöfferhofer Bier, denn die Bank hat das Brauereigewerbe finanziert", sagt er.

Das Hygiene-Museum und der Zoo, die alte und die neue Synagoge, das Stadtarchiv, der Wiederaufbau der Frauenkirche und die Palucca-Schule, sie alle wurden und werden finanziell unterstützt. OB Hilbert: "Als Stadt ist es uns eine große Ehre, dieses Andenken wachzuhalten."

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch/SZ/Archiv

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