Öffnung ab 15. Januar möglich? Endlich wieder Kultur in Dresdner Theatern

Dresden - Jetzt ist es mehr als nur ein Silberstreif: Wenn nicht alle Stricke am Schnürboden reißen, dürften weite Teile der sächsischen Kultureinrichtungen ab 15. Januar wieder öffnen können. Auch die Theater. Bedeutet zum Beispiel für das Staatsschauspiel Dresden: Die noch vor Weihnachten fast tollkühn für Januar angekündigten fünf Premieren wären gesichert. Aber: Manch Detail ist noch zu klären, auch bleibt das weitere Infektionsgeschehen maßgeblich.

Darf wohl bald wieder öffnen: Das Staatsschauspiel im Dresdner Stadtzentrum.
Darf wohl bald wieder öffnen: Das Staatsschauspiel im Dresdner Stadtzentrum.  © Thomas Türpe

Die derzeitige Schließung der Kultureinrichtungen ist Bestandteil der aktuellen Corona-Notfall-Verordnung, die bis zum 9. Januar in Kraft bleiben sollte. Am gestrigen Dienstag wurde sie bis zum 14. Januar verlängert - um größere Sicherheit bezüglich der Infektions-Datenlage zu erhalten und um die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Freitag abzuwarten.

Ab dem 15. Januar sollen neue Corona-Regeln für Sachsen gelten, mit Erleichterungen. Dazu zählt die Öffnung von Museen, Opernhäusern und Theatern.

Diese relativ sichere, zuversichtlich stimmende Botschaft ist das Ergebnis einer Videokonferenz vom Montag, an der Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU), Kulturministerin Barbara Klepsch (56, CDU) sowie rund 40 sächsische Kulturschaffende, darunter die Theaterintendanten, teilnahmen.

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Es sei eine sehr konstruktive Runde gewesen, sagt Klepsch-Sprecher Jörg Förster, wenn auch von unterschiedlichen Ansichten geprägt.

Vor allem die "großen Tanker" wie etwa das Staatsschauspiel wollten deutliche Signale. Förster: "Dieses Signal will die Ministerin den Theatern auch geben."

Klepsch wolle, dass ein Großteil der Kultur Sachsens wieder im Gleichklang mit anderen Bundesländern geführt werde. "Die jetzige Situation ist schließlich auch eine psychische Belastung für die Kulturschaffenden", so Förster.

Regeln für Wieder-Öffnung noch unklar - das steht zuerst auf dem Programm

Verspricht Theaterspaß: Christine Hoppe (53) im musikalischen Hochzeitsdrama "Liebe ohne Leiden".
Verspricht Theaterspaß: Christine Hoppe (53) im musikalischen Hochzeitsdrama "Liebe ohne Leiden".  © Sebastian Hoppe

Ob auch die Kinos den Museen und Theatern gleichgestellt werden, ist noch offen. Bis zur Ministerpräsidentenkonferenz werde das Kulturministerium seine Eckpunkte für Öffnungen einreichen. Förster: "Wir hoffen, dass wir uns mit vielem durchsetzen."

Bedingung bleibe, dass Infektionszahlen nicht wieder steigen. Aktuell aber sei die Überlastungsstufe der Krankenhäuser unterschritten, damit gebe es keinen Grund mehr, Theater geschlossen zu halten. Die Aufnahme des Spielbetriebes ab 15. Januar ist also möglich.

In den Theatern hört man's mit Freude. Staatsschauspiel-Intendant Joachim Klement habe noch am Montag die Ensembles im Probenbetrieb von den Plänen informiert, so Sprecherin Gertrud Aringer: "Es herrscht große Erleichterung im Haus. Die Schauspieler haben wieder ein Ziel vor Augen."

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Nur müssten noch die Zugangsbedingungen geregelt werden. 2G oder 2G+? Und mit welchem Test? Maske im Saal, und wenn ja, welche? "Darüber können wir das Publikum erst kurzfristig informieren. Den Spielbetrieb wird das aber nicht gefährden", so Aringer.

Man will am 15. und 16. Januar sofort loslegen. Im Schauspielhaus steht zunächst die Premiere von "Alice" nach Lewis Carroll an, in der Fassung von Robert Wilson mit der Musik von Tom Waits. Auch im Kleinen Haus wird gesungen, bei der Uraufführung des musikalischen Hochzeitsdramas "Liebe ohne Leiden".

Titelfoto: Sebastian Hoppe

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