Operetten-Engagement steht auf der Kippe: Sind die jungen Sänger erstes Opfer der Haushaltssperre?

Dresden - Werden zwei Dresdner Chöre die ersten Kultur-Opfer, die die Corona-Krise in Dresden fordert? 40 Sänger des Kinderchores und 18 Sänger des Musical-Jugendchores bangen um ihre Auftritte in der Staatsoperette Dresden.

Jung, bunt und talentiert: Der Jugend-Musicalchor mit Operettensolist Christian Grygas (Mitte) bei der Jubiläumsgala 2018.
Jung, bunt und talentiert: Der Jugend-Musicalchor mit Operettensolist Christian Grygas (Mitte) bei der Jubiläumsgala 2018.  © Oh-Töne

Beide Chöre werden von der privaten "Oh-Töne - Die Musical-Werkstatt" ausgebildet.

Ein Kooperationsvertrag mit der Operette und dem Förderforum des städtischen Theaters beinhaltet seit 2015 nicht nur die Einbindung der jungen Sänger ins Repertoire der Operette, sondern auch deren finanzielle Förderung.

"Dieser Kooperationsvertrag soll nun zum Jahresende wegen der Haushaltskürzungen gekündigt werden", bedauert Musikschul-Chefin Cornelia Drese (63). Das hieße: Operetten-Inszenierungen wie "Evita", "Csárdásfürstin", "Catch me if you can" oder auch "Zzaun!", in denen die jungen Sänger mitspielten, gehörten der Vergangenheit an.

Das Musical "Emil und die Detektive", das nächste Woche in der Operette Premiere feiern sollte, fiel schon wegen der Corona-bedingten Schließung des Hauses ins Wasser.

"Dabei sind gerade die Auftritte auf einer richtigen Theaterbühne Anreiz und Motivation für unsere Schüler", so Drese. Hinzu kommen die Finanzen: "Operette und Förderforum übernehmen 50 Prozent des Monatsbeitrages für den Kinderchor", sagt Drese.

Statt 60 zahlen die Eltern der Kinder nur 30 Euro für die Ausbildung. Die 18 Sänger des Jugendchores werden insgesamt pro Monat mit 200 Euro gefördert. Es hängt also an 1400 Euro im Monat! 

Sängerin Cornelia Drese rief 2005 mit Ex-Operetten-Chef Wolfgang Schaller den Kinderchor ins Leben.
Sängerin Cornelia Drese rief 2005 mit Ex-Operetten-Chef Wolfgang Schaller den Kinderchor ins Leben.  © Katrin Koch

"Diese Woche ist der Kooperationsvertrag Thema im Vorstand des Förderforums. Uns liegt natürlich die Förderung der jungen Sänger am Herzen. Aber es muss auch Auftrittsmöglichkeiten geben", so Vorstand Werner Patzelt (67).

Intendantin Kathrin Kondaurow (36) schlägt in dieselbe Kerbe: "Aufgrund der Corona-Krise und der Hygienevorschriften ist die Arbeit mit Chören und die Kinder- und Jugendarbeit generell sehr stark eingeschränkt bis unmöglich. Deswegen befinden wir uns in Sondierungsgesprächen, wie eine zukünftige Zusammenarbeit aussehen könnte."

Ziel sei eine Modifizierung des bestehenden Vertrages.

Titelfoto: Oh-Töne

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