Platzprobleme: SLUB weiß nicht, wohin mit all den Büchern!

Dresden - Durch die Digitalisierung werden Bücher aus Papier überflüssig? Von wegen! Der Bestand der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) wächst immer noch um rund 50 .000 Schriften pro Jahr. Und das wird zum Problem. 

SLUB-Generaldirektor Achim Bonte (56) ist Herr über das "Gedächtnis Sachsens".
SLUB-Generaldirektor Achim Bonte (56) ist Herr über das "Gedächtnis Sachsens".  © Eric Münch

Denn Mitte 2021 ist das Magazin voll. Wo die Bücher dann fachgerecht untergebracht werden, ist noch offen. Dabei ist die Entwicklung alles andere als überraschend.

"Wir machen eine Punktlandung", sagt SLUB-Generaldirektor Achim Bonte (56). Das Magazin wurde nämlich so groß geplant, dass es den Zuwachs aus rund 20 Jahren aufnehmen kann - und nächstes Jahr sind 19 um. 

Den Zuwachs stoppen oder verlangsamen können die Verantwortlichen nicht. Der Grund: Die SLUB hat einen gesetzlichen Sammelauftrag. "Mit dem Staatsarchiv sind wir das Gedächtnis Sachsens", erklärt Bonte. 

Alles, was veröffentlicht wird, und sei es nur das Mitgliedsheft eines kleinen Vereins, muss aufbewahrt werden. Und so werden trotz fortschreitender Digitalisierung pro Jahr 200 bis 300 Meter Regalboden neu belegt. Und der steht eben nicht unendlich zur Verfügung.

Es braucht also ein neues Magazin. Doch damit ist es nicht getan. Die SLUB braucht mittlerweile nämlich eine Generalsanierung. Vor allem die Technik muss erneuert werden. 

SLUB soll bald schon umgebaut werden

Im für die Bibliothek verantwortlichen Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wird deshalb bereits an einem Gesamtsanierungskonzept gearbeitet. Der Plan: Es wird ein neuer Standort gebaut, in den die Zentralbibliothek während der Sanierung zieht.

Ist die abgeschlossen, zieht sie zurück an ihren angestammten Platz und der Neubau wird als Speichermagazin genutzt. "Die Planungen sollen noch in diesem Jahr beginnen, der Baubeginn ist für 2021 geplant", teilt SIB-Sprecher Alwin-Rainer Zipfl mit.

Weil einige Bestände der Bibliothek spezielle klimatische Anforderungen haben und die Leseplätze nicht allzu weit vom jetzigen Standort entfernt sein sollen, ist das Vorhaben allerdings kompliziert.

Die gute Nachricht: Im Haushalt des Freistaates wurde bereits Geld eingeplant.

Jedes Jahr füllen sich 200 bis 300 Meter Regalboden. Der wird nun knapp.
Jedes Jahr füllen sich 200 bis 300 Meter Regalboden. Der wird nun knapp.  © Eric Münch

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