Respekt, Herr Kollege! Auch mit fast 90 gibt Paul Hopp seinen Stand nicht auf

Dresden - Seit neun Jahren im Einsatz für die Presse: Paul Hopp (89) gehört zu den wenigen, der an seinem kleinen Stand noch persönlich die Sonntagszeitung über den Tresen reicht. Der fleißige Frühaufsteher ist wahrscheinlich Dresdens ältester Zeitungsverkäufer. Mit fast 90 Jahren denkt er noch lange nicht ans Aufhören.

Im Viertel bekannt wie ein bunter Hund: Paul Hopp (89) steht jeden Sonntag an seinem kleinen Zeitungsstand.
Im Viertel bekannt wie ein bunter Hund: Paul Hopp (89) steht jeden Sonntag an seinem kleinen Zeitungsstand.  © Christian Juppe

Seit Juni 2012 klingelt bei Paul Hopp jeden Sonntag um fünf Uhr der Wecker. In den vergangenen neun Jahren gab es keinen Sonntag, an dem der Senior nicht an der großen Kastanie an der Ecke Pietzsch-/Wendel-Hipler-Straße in Gorbitz stand und die Morgenpost am Sonntag verkaufte. Sonntag für Sonntag immer von sieben bis zehn Uhr.

Derzeit ist der 89-Jährige einer von 33 Verkäufern, die am Sonntag ihren Verkaufswagen im Stadtgebiet aufstellen, um den Menschen aus dem Viertel ihre frisch gedruckte Sonntagszeitung zu servieren.

Noch vor etwa sieben Jahren gab es in Dresden rund 80 Verkäufer. Nachwuchs für das Geschäft ist rar gesät und findet sich nur schwer.

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Eigentlich hätte Paul Hopp Ende des Jahres in den Ruhestand gehen sollen. Am vierten Advent wäre der Senior seinen letzten Sonntagsdienst angetreten – doch bisher hat sich kein Nachfolger für seinen Stand in Gorbitz gefunden.

Für Hopp kein Problem. "Ich bin bei bester Gesundheit und habe überhaupt noch keine Lust aufzuhören." Mit dem Job bessert der Senior seine Rente auf. Besonders freut es ihn, wenn seine Kundschaft großzügiges Trinkgeld gibt – und natürlich auf einen Plausch am Zeitungsstand vorbeischaut.

Auch wenn er mal nur etwa zehn bis zwölf Zeitungen am Morgen verkauft – der Dresdner ist mit voller Leidenschaft bei der Sache. "Ich habe meine Stammkunden", sagt Hopp. "Einigen Lesern bringe ich die Zeitung sogar bis nach Hause." An einen lukrativeren Platz möchte er nicht gehen, das will er "seinen Leuten" nicht antun.

Titelfoto: Christian Juppe

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