Schaubudensommer geht auf die Straße: Kleinkunstfestival diesmal umsonst und draußen

Von Lilli Vostry

Dresden - Der Schaubudensommer zieht ins Freie. Für das Kultur-, Musik- und Theater-Festival heißt das: weg von den engen Buden und Zelten, raus an die frische Sommerluft im allgemeinen Draußen-sein-Modus.

Die traumtanzenden Ballon-Figuren der chilenischen Künstler Muriel Cornejo und César Olhagaray (hier: 2019) verzaubern ab Dienstag die Hauptstraße.
Die traumtanzenden Ballon-Figuren der chilenischen Künstler Muriel Cornejo und César Olhagaray (hier: 2019) verzaubern ab Dienstag die Hauptstraße.  © André Wirsig

Kein Schlangestehen und kein Gedränge wie sonst auf dem Gelände des Kulturzentrums Scheune in der Neustadt, wo 22 Jahre lang das Zuhause des Kleinkunst-Events war. Den versponnenen Zirkus-Zauber gibt es ab Dienstag auf der Hauptstraße - umsonst.

Voriges Jahr musste der Schaubudensommer coronabedingt komplett ausfallen. Das besondere Flair soll 2021 jedoch erhalten bleiben.

Bunt, fantasievoll, fröhlich, wagemutig und experimentell soll es weiterhin zugehen: Mit dem Umzug der Komödianten, Performer, Tänzer und Musiker auf die Bummelmeile zwischen Goldenem Reiter und Jorge-Gomondai-Platz ist vom 3. bis 5. August jeweils zwischen 14 und 22 Uhr für jeden ein lebendiges Kunstwerk zu erleben.

Dresden: Raus in die Sonne! Unsere Tipps für Dresden und die Region
Dresden Kultur & Leute Raus in die Sonne! Unsere Tipps für Dresden und die Region

Bis zu zehn Companies und Einzelkünstler treten an verschiedenen Punkten der Hauptstraße auf.

Scheune weg? Kein Grund zur Wehmut. "Es ist großartig, ein neues Festival zu kreieren", sagt Helmut Raeder, der künstlerische Leiter des Schaubudensommers.

Mit der diesjährigen Ausgabe soll ein überregional strahlendes Festival des Straßentheaters und der Urban Art geschaffen werden, das kein einjähriges Pflänzchen bleiben soll.

Saison 2021 wäre ohne finanzielle Unterstützung wohl nicht möglich gewesen

Spiritus Rector des Schaubudensommers: Durch Unterstützung von Societaetsthetaer-Intendant Heiki Ikkola (oben, mit Sabine Köhler von Cie. Freaks und Fremde) ist das Festival möglich.
Spiritus Rector des Schaubudensommers: Durch Unterstützung von Societaetsthetaer-Intendant Heiki Ikkola (oben, mit Sabine Köhler von Cie. Freaks und Fremde) ist das Festival möglich.  © André Wirsig

Das Publikum darf sich auf "außergewöhnliche Erlebnisse in komprimierter Zeit und maximaler Intensität freuen", so Raeder. Die Zuschauer können gezielt kommen, aber auch flanieren und sich treiben lassen.

Mit der simplen Idee, an die Luft zu gehen, stütze man den 23. Schaubudensommer auch für die Zukunft, so Heiki Ikkola, Intendant des Societaetstheaters. Er gehörte selbst als Spieler der Company Cie. Freaks und Fremde (alias Freakshow) zu den verlässlichen und treibenden Kräften des Schaubudensommers.

Ohne die finanzielle Unterstützung des "Socies" wäre die Saison 2021 wohl nicht möglich geworden. Gleichwohl benötigt man auch altehrwürdige Rummelplatz-Unterstützung: Nach den Shows gehen sowohl Zylinder als auch Strohhüte herum. Außerdem gibt es eine Spendenkampagne unter: betterplace.org.

Schwerer Unfall in Dresden: Lkw und Auto kollidieren, mehrere Verletzte
Dresden Unfall Schwerer Unfall in Dresden: Lkw und Auto kollidieren, mehrere Verletzte

Als besondere Attraktion des Schaubudensommers kommt der durch seine witzig-verrückten Installationen bekannte Aktionskünstler Jim Whiting, der aus England stammt und in Leipzig seinen Schaffensort in der "Bimbotown" hat.

Seine neueste mechanische Erfindung steht unter dem Motto: "Kämpfen gegen die dicke Luft!" Zudem zeigt die Dresdner "JuWie Dance Company" ihr neues Tanzstück “Thisplay. MenschMaschineZukunft", Florian Mayer ist als virtuos temperamentvoller Teufelsgeiger in "Mein Paganini" zu erleben.

Die Neustädter Scheune soll nun saniert werden. Wie es mit dem Schaubudensommer weitergeht? "Wir bleiben mit dem Festival erst mal auf der Hauptstraße", so Raeder.

Das ganze Programm unter: schaubudensommer.de.

Titelfoto: André Wirsig

Mehr zum Thema Dresden Kultur & Leute: