Wie es war im Schlachthof 5? Kurt Vonneguts Romanklassiker als Graphic Novel

Dresden - Kurt Vonneguts Roman "Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug" ist das berühmteste Buch über Dresden und es blieb zeitlebens das berühmteste des Autors. Nun gibt es zum Roman eine Variation als Graphic Novel.

Nun gibt es zu Kurt Vonneguts Roman "Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug" eine Variation als Graphic Novel.
Nun gibt es zu Kurt Vonneguts Roman "Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug" eine Variation als Graphic Novel.  © PR/CrossxCult

Als Kriegsgefangener überlebte der damals 22-jährige US-Amerikaner den Bombenangriff auf Dresden in eben jenem Schlachthof mit der Nummer 5, der Literaturgeschichte schreiben sollte. Das war mehr als 20 Jahre später, der Roman erschien 1969.

Vonnegut hatte lange Zeit mit sich gerungen, eine angemessene Erzählhaltung zum Grauen zu finden, das er überstanden hatte, und kleidete seine Erlebnisse schließlich in eine aberwitzige, bittere Form aus Satire und Drama, geschrieben in einem einzigartig lakonischen Stil.

Held des Romans ist Billy Pilgrim, Soldat, Zeitreisender und Alter Ego des Autors.

Verfasser der Graphic Novel sind Ryan North und Albert Monteys

Eine Seite aus der Graphic Novel: Billy Pilgrim mit Hund auf seinem Bett, sich an den Bombenangriff auf Dresden und den Schlachthof erinnernd.
Eine Seite aus der Graphic Novel: Billy Pilgrim mit Hund auf seinem Bett, sich an den Bombenangriff auf Dresden und den Schlachthof erinnernd.  © PR/CrossxCult

Die Graphic Novel verfasst haben der kanadische Autor Ryan North (42) und der spanische Comiczeichner und Illustrator Albert Monteys (51).

Er habe eine sehr lebhafte Erinnerung daran, wie er Vonneguts Buch nachts auf einem Parkplatz hinter dem Lenkrad seines Autos gelesen habe, so North im Interview seines Verlages: "Ich musste es irgendwann weglegen, weil es so überwältigend war. Seither bin ich ein Fan."

Als größte Schwierigkeit bei der Umsetzung bezeichnet North die Notwendigkeit, eigene Worte zu finden für die Passagen, in denen der Romanautor keine wörtliche Rede verwendet:

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"Die Herausforderung bestand darin, die Dialoge so klingen zu lassen, als hätte sie Vonnegut geschrieben. Das war alles andere als leicht".

Graphic Novel umfässt 192 Seiten

Kurt Vonnegut während seines letzten Dresden-Besuches 1998 auf dem Schlachthofgelände.
Kurt Vonnegut während seines letzten Dresden-Besuches 1998 auf dem Schlachthofgelände.  © MB

Ob North und Monteys Worte und Bilder gefunden haben, die Vonnegut bei Abfassung seines Romans so oder ähnlich vor Augen hatte, kann man ihn nicht mehr fragen. Er starb 2007 im Alter von 84 Jahren.

Als Leser beider Bücher mag man die Bildergeschichte freilich als gelungen rühmen.

Mit viel Sinn für Details in Text und Zeichnung, dem effektvollen Wechsel von Düsternis und Farbigkeit in der Ausleuchtung der unterschiedlichen Erlebnisebenen Billys, in der inhaltlichen Durchdringung bis hin zum prägnanten "So ist das", mit dem Vonnegut jedes Sterben kommentiert, findet sich der Roman sinnfällig, atmosphärisch geschlossen und mit 192 Seiten angemessen umfangreich in die Formensprache einer Graphic Novel übertragen.

Erschienen bei Cross Cult für 35 Euro.

Titelfoto: Bildmontage: PR/CrossxCult & MB

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