Dresdner Senioren drücken die Uni-Bank: Silberlocken-Semester hat begonnen!

Dresden - Nach den Studenten der TU dürfen jetzt auch Dresdens Oldies wieder ran: Wintersemester-Auftakt bei der Dresdner Seniorenakademie! Es ist das 52. Semester seit Start 1994, doch es ist kein Jahr wie jedes andere. Die Corona-Pandemie hat die Akademie in große Not gebracht.

Haben endlich Zeit, auch in andere Fachgebiete reinzuhorchen: Bärbel (77) und Ulrich Carraro (78).
Haben endlich Zeit, auch in andere Fachgebiete reinzuhorchen: Bärbel (77) und Ulrich Carraro (78).  © Norbert Neumann

Die Schätze des Stadtarchivs entdecken, die Feuerwache Altstadt besuchen, Vorträge über Klimawandel, künstliche Intelligenz oder Wasserstoff: Mit einem breiten Angebot von rund 350 Vorlesungen, Führungen und Vorträgen können Gäste ihren (ungebrochenen) Wissensdurst stillen.

"Endlich können wir in Fachgebiete reinhorchen, wofür wir früher keine Zeit hatten", sagte Dr. Ulrich Carraro (78), der bis zur Rente als Oberassistent im Licht-Labor der TU Dresden arbeitete. 

Mit seiner Frau Bärbel (77), studierte Elektrotechnikerin und Softwareentwicklerin, will er Veranstaltungen zu personalisierter Medizin und Gentechnik besuchen, auch einen Vortrag am Max-Planck-Institut über Mikrobiologie hören. 

Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (51, CDU) wollte die älteren Semester beim gestrigen Auftakt im Hygiene-Museum nicht als "Senioren" bezeichnen, sprach lieber respektvoll von "Erfahrenen".

Sponsoren haben kein Interesse an Senioren-Uni

Akademie-Vereins-Chef Stefan Ritter (77, l.) kämpft gegen die Folgen der Corona-Pandemie. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (51, CDU) lobte auch das ehrenamtliche Engagement vieler Helfer und Dozenten der Seniorenakademie.
Akademie-Vereins-Chef Stefan Ritter (77, l.) kämpft gegen die Folgen der Corona-Pandemie. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (51, CDU) lobte auch das ehrenamtliche Engagement vieler Helfer und Dozenten der Seniorenakademie.  © Norbert Neumann

"Ich bin vielseitig interessiert", sagt Edith Krannich (84), die einst an der Verkehrshochschule arbeitete. "In diesem Jahr ist man aber ein bisschen beeinträchtigt. Einige Vorträge entfallen, wir müssen Maske tragen." 

Akademie-Vereins-Chef Stefan Ritter (77) sprach von einer "Verunsicherung der Älteren". Anstatt 650 wie im letzten Winter hätten sich aktuell nur 400 Hörer angemeldet (Gebühr: 40 Euro). 

"Die Corona-Pandemie bringt uns in arge finanzielle Bedrängnis", sagte Ritter. 

Beginn des Wintersemesters: Die Senioren bei der Auftaktveranstaltung im Hygienemuseum.
Beginn des Wintersemesters: Die Senioren bei der Auftaktveranstaltung im Hygienemuseum.  © Norbert Neumann

Der Akademie-Vereins-Chef bedauerte, dass sich keine Sponsoren für Altenbildung interessierten. 

"Weil nichts zurückfließt", so Ritter. "Aber wir kämpfen. Halten Sie zu uns!"

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann (2)

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