Sie harrte schon 13 Stunden aus: Dresdner Naturfotografin zeigt ihre Bilderschätze

Dresden - Wenn sie auf Mission in Sachsens Wäldern geht, schmeißt sie sich in Tarnkleidung, bewaffnet sich mit ihrem Teleobjektiv, packt sich Proviant ein: Stundenlang legt sich Carola Schimmel (57) in der Natur auf die Lauer, schießt mit ihrer Kamera seltene Wildtiere ab.

Getarnt wie eine Elite-Soldatin: Carola Schimmel (57) begibt sich mit ihrem Tarnnetz in Stellung, harrt stundenlang aus.
Getarnt wie eine Elite-Soldatin: Carola Schimmel (57) begibt sich mit ihrem Tarnnetz in Stellung, harrt stundenlang aus.  © Thomas Türpe

"Bilder und Tiere faszinieren mich, solange ich denken kann", sagt die gebürtige Bautznerin, die in Cossebaude wohnt. "Ich nutze jede freie Minute für mein Hobby. Mein Herz berühren insbesondere unsere wunderbaren Naturschätze. Ein Geschenk, welches leider von vielen Menschen nicht mehr wahrgenommen und respektiert wird."

Ihre Jagdgebiete: Dresden, Elbe, Heide, Elbsandsteingebirge, Moritzburg, Oberlausitzer Biosphärenreservat. Oft fährt die gelernte Mediengestalterin noch vor der Dämmerung los, baut in Wald, Schilf oder Wiesen ihr "Lager" mit Tarnnetz auf. Dann harrt sie auch mal bis zu 13 Stunden aus. 

"Man darf keinen Mucks machen. Die Sonne sollte am besten im Rücken stehen, auch den Wind muss man beachten." Denn schon bei der kleinsten Störung nehmen scheue Wildtiere Reißaus.

Sogar ein Wiedehopf huschte vor die Linse

Auf der Jagd nach schönen Motiven legt sich die Hobby-Tierfotografin in der Natur auf die Lauer.
Auf der Jagd nach schönen Motiven legt sich die Hobby-Tierfotografin in der Natur auf die Lauer.  © Thomas Türpe

Eisvogel, Fuchs-Welpen, Seeadler, Reh-Kitz, Wendehals: Schon so gut wie alles lief oder flatterte ihr vor die Linse. Einen äußerst seltenen Wiedehopf spürte sie zunächst nur anhand seines Gesangs auf, bis sie ihn nach Tagen endlich auf einem Ast entdeckte.

Am Tauerwiesenteich erwischte sie zwei Kranich-Kinder. "Der Oberknaller war eine Rohrdommel, die sich eigentlich gar nicht fotografieren lässt." Doch an einem Teich bei Wartha versteckte sie sich hinter einem Brett mit Gucklöchern, bis ihr das Glück endlich hold war.

Anhand von Fährten oder Berichten anderer Naturfreunde kennt sie die Reviere der seltenen Wildtiere. Genaue Orte verrät sie aber nicht - um die Tiere zu schützen. 

Der Wiedehopf ist selten geworden und stark gefährdet. Nur ein paar Hundert Brutpaare leben noch in Deutschland.
Der Wiedehopf ist selten geworden und stark gefährdet. Nur ein paar Hundert Brutpaare leben noch in Deutschland.  © Carola Schimmel
Ein Kranich-Kind kommt selten allein ...
Ein Kranich-Kind kommt selten allein ...  © Carola Schimmel
Bitte recht freundlich: Dieses Rehkitz nascht gerade eine Birne.
Bitte recht freundlich: Dieses Rehkitz nascht gerade eine Birne.  © Carola Schimmel

"Wolf und Kreuzotter fehlen noch", sagt Carola Schimmel. "Aber die kriege ich auch noch..." 

Titelfoto: Thomas Türpe

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