Star-Dirigent Christian Thielemann über Zukunftspläne und Misstöne

Dresden - Nach seinem von der Politik betriebenen Abschied als Musikchef der Sächsischen Staatskapelle und der Dresdner Semperoper hat Stardirigent Christian Thielemann (62) noch keine Pläne für seine Zukunft ohne festes Ensemble.

Christian Thielemann (62) bestritt, dass er einen Groll gegen das Orchester hege.
Christian Thielemann (62) bestritt, dass er einen Groll gegen das Orchester hege.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Das ist alles noch zu frisch", sagte er am Mittwoch auf einer Online-Pressekonferenz der Osterfestspiele Salzburg. Dass er einen Groll hege, bestritt Thielemann (62).

Er betonte seine Verbundenheit zu seinem Orchester und den gemeinsamen musikalischen Projekten und fügte hinzu, dass die Musik ein schönes Mittel sei, "Dinge, die nicht so schön oder ungewohnt sind, zu vergessen".

Die sächsische Staatsregierung hatte jüngst entschieden, Thielemanns bis 2024 laufenden Vertrag nicht zu verlängern und auch das Engagement von Semperopern-Intendant Peter Theiler auslaufen zu lassen.

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Auch Thielemanns Engagement mit der Dresdner Staatskapelle als Residenzorchester bei den Osterfestspielen wird mit der Saison 2022 nach zehn Jahren zu Ende gehen.

Als letzte große, gemeinsam produzierte Oper soll dort kommendes Jahr Richard Wagners "Lohengrin" in der Regie von Jossi Wieler auf dem Programm stehen.

Thielemann: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?"

Die Dresdner Staatskapelle, die in der Semperoper ihre Konzerte gibt, wird ab 2022 womöglich auch nicht mehr als Residenzorchester bei den Osterfestspielen auftreten.
Die Dresdner Staatskapelle, die in der Semperoper ihre Konzerte gibt, wird ab 2022 womöglich auch nicht mehr als Residenzorchester bei den Osterfestspielen auftreten.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Misstöne zwischen Thielemann und Nikolaus Bachler, dem neuen künstlerischen Leiter des Salzburger Osterfestivals, scheinen unterdessen Vergangenheit zu sein.

"Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern", sagte Thielemann, den früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer zitierend.

"Wir verstehen uns blendend." Bachler meinte, man habe sich über die gemeinsame Arbeit "wiedergefunden" und wollte nicht ausschließen, dass Thielemann mit oder ohne Staatskapelle auch in Zukunft bei den Osterfestspielen präsent bleiben könnte.

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Die diesjährigen Osterfestspiele waren infolge der Corona-Pandemie ausgefallen, sollen aber im Herbst mit einem reinen Konzertprogramm (29.10.-1.11.) nachgeholt werden.

Dabei werden unter Thielemanns Leitung unter anderem Wolfgang Amadeus Mozarts "Requiem" und Ausschnitte aus den Wagner-Opern "Die Walküre" und "Götterdämmerung" zu hören sein.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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