Statt Kostüm-Spektakel: Travestie-Stars aus "Carte Blanche" helfen jetzt in der Gärtnerei

Dresden - Mini-Job im Gartenbau statt mit Lackschuhen im Theater. Die Travestie-Stars machen sich die Hände schmutzig.

Sonst steht Zora Schwarz im Glitzerkostüm (l.) auf der Bühne. Im Gewächshaus zeigt Chef Torsten Kühne (45) der Theaterchefin die Blumenpracht.
Sonst steht Zora Schwarz im Glitzerkostüm (l.) auf der Bühne. Im Gewächshaus zeigt Chef Torsten Kühne (45) der Theaterchefin die Blumenpracht.  © Bildmontage: Steffen Füssler / Thomas Türpe

Warme Arbeitsklamotten statt Lackschuhe oder Kellnerschürze: Die Künstler und Mitarbeiter des Travestie-Theaters "Carte Blanche" machen sich die Hände dreckig und helfen in der auftrittsfreien Zeit im Weixdorfer Gartenbaubetrieb "Kühne Grün erleben" aus.

Auch Chefin Zora Schwarz kümmert sich um die Anzucht von jungem Gemüse. Mit der grünen Aushilfe bessern sich die Theatermitarbeiter das Kurzarbeitergeld mit dem 450-Euro-Mini-Job auf - und kämpfen gegen den Corona-Blues.

"Da es ungewiss ist, wann wir wieder auftreten könne, wollte ich meine Jungs aus der Langeweile herausholen. Zu Hause fällt ihnen nach so vielen Corona-Monaten doch die Decke auf den Kopf", so Chefin Zora.

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"Die Idee, bei Kühne zu helfen, entstand durch Zufall - bei der Absprache für unser Sommer-Open-Air."

Karl Kühne (21), Olaf Schendel (46), Zora Schwarz, Agnieszka Olejniczak (42) und Franka Dürasch (28, v.l.) beim Umtopfen der jungen Pflänzchen.
Karl Kühne (21), Olaf Schendel (46), Zora Schwarz, Agnieszka Olejniczak (42) und Franka Dürasch (28, v.l.) beim Umtopfen der jungen Pflänzchen.  © Thomas Türpe

Weixdorfer Gartenbaubetrieb kann die Hilfe gut gebrauchen

Die Gärtnerei in Weixdorf - schon in vierter Generation beweist die Familie Kühne einen grünen Daumen.
Die Gärtnerei in Weixdorf - schon in vierter Generation beweist die Familie Kühne einen grünen Daumen.  © Thomas Türpe

Die Hilfe kommt dem 1899 in Ockerwitz gegründeten Gartenbau-Unternehmen gerade recht.

Denn neben den 38 Mitarbeitern werden immer auch rund 20 Saisonkräfte gebraucht. "Wir ziehen jetzt Pflanzen wie Pelargonien, Fuchsien und Petunien vor, die im Frühling auf dem Balkon oder im Beet gepflanzt werden. Dafür brauchen wir drei Monate für die Arbeitsspitzen Helfer", so Gärtnerei-Chef Torsten Kühne (45).

Alljährlich zieht das Unternehmen auf 6.000 Quadratmeter Freiland sowie auf sechs Hektar Treibhaus- und Folienfläche vier Millionen Jungpflanzen, eine halbe Million Beet- und Balkonpflanzen für andere Gärtnereien und 1,3 Millionen Fertigpflanzen an.

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Ob auch Zoras Jungs einen grünen Daumen haben, mussten sie zuerst beim Probearbeiten beweisen.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssler / Thomas Türpe

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