Stollen-Koster André Bernatzky beißt jährlich 700-mal in den Striezel - und bleibt trotzdem schlank!

Dresden - Man sieht es ihm wirklich nicht an: Doch André Bernatzky (47) verdrückt wahrscheinlich den meisten Stollen in ganz Sachsen. Der Schulleiter der Dresdner Akademie des Bäckerhandwerkes verkostet rund 700 (!) Stollen je Saison.

Schulleiter André Bernatzky (47) schwärmt von den Zutaten und der handwerklichen Erfahrung, die im sächsischen Stollen stecken.
Schulleiter André Bernatzky (47) schwärmt von den Zutaten und der handwerklichen Erfahrung, die im sächsischen Stollen stecken.  © Petra Hornig

Denn Bernatzky unterzieht als Stollenprüfer nicht nur den Dresdner Striezel einem strengen Qualitätstest - mit Auge, Nase und Gaumen. "Ich bin auch für andere Stollenverbände tätig und als Stollen-Prüfgruppenleiter für die DLG in ganz Deutschland unterwegs."

Rund 20 Stollen-Termine stehen ab Oktober alljährlich in seinem Kalender. Bernatzky verkostet Bäcker- und Industriestollen, mit und ohne Rosinen, mit Mandeln, Mohn und in allen erdenklichen Varianten.

"Bei einer Prüfung esse ich schnell mal 800 Gramm bis ein Kilo Stollen."

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Zwischen den Stollen neutralisiert Bernatzky seinen Gaumen mit schwarzem Tee. "Der zweite Aufguss ohne zu viele Bitterstoffe ist dafür perfekt, dann kann ich 30 Stollen verkosten."

Und danach? "Lege ich mich am liebsten aufs Sofa und trinke einen Kräuterschnaps zum Verdauen."

Damit die Stollen nicht direkt auf den Hüften landen, spielt der gelernte Bäcker und studierte Lebensmitteltechniker zweimal pro Woche Badminton.

Er zieht seinen Hut vor dem Handwerk

Stollen wird immer in der Mitte aufgeschnitten. Schiebt man die Enden dann wieder zusammen, kann er nicht austrocknen.
Stollen wird immer in der Mitte aufgeschnitten. Schiebt man die Enden dann wieder zusammen, kann er nicht austrocknen.  © Petra Hornig
Schon der Duft verrät André Bernatzky, welche köstlichen Zutaten verarbeitet wurden.
Schon der Duft verrät André Bernatzky, welche köstlichen Zutaten verarbeitet wurden.  © Petra Hornig

So muss und kann Bernatzky vom Stollen einfach nicht genug bekommen. "Privat esse ich am liebsten Mandelstollen. Ihn nicht zu trocken zu backen ist eine große Kunst", zieht er den Hut vorm Handwerk.

Seines hat er in Großvaters Bäckerei in Glashütte gelernt. "Ich bin die vierte Bäckergeneration der Familie", verrät Bernatzky. Und auch, dass die Plätzchen von Muttern immer noch am besten schmecken ...

Titelfoto: Montage: Petra Hornig (3)

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