Theater, Orchester und Museen setzen ein Zeichen

Dresden - Montagmittag, Punkt 12 Uhr, sang und klang es rund eine halbe Stunde lang von allerlei Dächern: Zahlreiche Dresdner Kultureinrichtungen haben sich am bundesweiten "Aktionstag Theater und Orchester" beteiligt, einer Initiative des Deutschen Bühnenvereins. Gemeinsames Ziel: ein positives Signal für sich und das Publikum. Wir sind noch da, so der Tenor.

Überraschte Passanten hörten den musikalischen Grüßen vom Balkon des Staatsschauspiels zum "Aktionstag Theater und Orchester" aufmerksam zu.
Überraschte Passanten hörten den musikalischen Grüßen vom Balkon des Staatsschauspiels zum "Aktionstag Theater und Orchester" aufmerksam zu.  © Holm Helis

Auf ihre prekäre Situation hatten Kulturschaffende immer wieder hingewiesen, etwa zum Beginn des zweiten Lockdowns mit der Aktion #SangUndKlanglos, in der zahlreiche Theater leere, stille Bühnen zeigten.

Doch ist dieser zweite Lockdown ein anderer als noch jener im Frühjahr: Diesmal immerhin darf weiter gearbeitet werden, es gibt Proben und Premierenvorbereitungen.

Nur ist noch unklar, wie lange dieser Zustand anhalten wird.

Deshalb ging es beim gestrigen Aktionstag vor allem darum, auf die eigene, derzeit unsichtbare Arbeit aufmerksam zu machen. Im Aufruf des Bühnenvereins hieß es, man wolle "ein Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zum Publikum" senden, das derzeit fernbleiben muss.

Die Besucher sollen wissen: Hinter den geschlossenen Theatertüren ist man keineswegs untätig.

Mitarbeiter der Städtischen Museen um Direktor Gisbert Porstmann (1963 in Dresden geboren) beteiligten sich per Menschenkette:
Mitarbeiter der Städtischen Museen um Direktor Gisbert Porstmann (1963 in Dresden geboren) beteiligten sich per Menschenkette:  © Steffen Füssel
Bläsder der Dresdner Philharmonie musizieren vom Balkon des Kulturpalasts.
Bläsder der Dresdner Philharmonie musizieren vom Balkon des Kulturpalasts.  © Holm Helis

Direktor Gisbert Porstmann wirbt für den Stellenwert von Theatern, Orchestern und Museen

Auch Kulturschaffende des Schauspielhauses machten auf die Situation aufmerksam.
Auch Kulturschaffende des Schauspielhauses machten auf die Situation aufmerksam.  © Holm Helis

Am höchsten hinaus zog es wohl die Dresdner Philharmonie:

Die Bläser des Orchesters musizierten nicht nur vom Balkon des Kulturpalastes, sondern auch vom Turm der Kreuzkirche.

Die Ensembles von Staatsschauspiel und Semperoper präsentierten sich auf ihren Balkonen, Staatsoperette und Theater Junge Generation gestalteten mit 26 Künstler*innen eine musikalische Aktion auf dem Dach des Kraftwerks Mitte. Aufs Dach stieg auch ein Blechbläser-Quintett der Musikhochschule "Carl Maria von Weber", im Festspielhaus Hellerau gab es die Stimmperformance "Vox Volcano" am offenen Fenster.

Der Theaterkahn beteiligte sich mit einem Konzert der Michael Fuchs Band. Ebenso wurde an den Landesbühnen in Radebeul sowie den Theatern in Chemnitz musiziert.

Solidarisch zeigten sich die Städtischen Museen Dresdens mit einer Menschenkette ihrer Mitarbeiter um das Landhaus.

Direktor Gisbert Porstmann warb für den Stellenwert von Theatern, Orchestern und Museen: "Als Orte der Kunst und Kultur sind sie von existenzieller Bedeutung. Gerade in Krisenzeiten brauchen Menschen Orte der Begegnung.

Titelfoto: Steffen Füssel

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