UNESCO-Weltkulturerbe für Meißen? Was dafür spricht - und was dagegen

Meißen - Jetzt gilt es! Im Wettbewerb um den nächsten UNESCO-Welterbetitel hat nun auch Meißen seinen Hut definitiv in den Ring geworfen.

Gemeinsam für den Titel (v.l.): André Thieme (51) vom Schlösserland Sachsen, Manufaktur-Chef Tillmann Blaschke (57); Anja Hell (45), Geschäftsführerin Meissen Porzellan-Stiftung, und OB Olaf Raschke (58, parteilos).
Gemeinsam für den Titel (v.l.): André Thieme (51) vom Schlösserland Sachsen, Manufaktur-Chef Tillmann Blaschke (57); Anja Hell (45), Geschäftsführerin Meissen Porzellan-Stiftung, und OB Olaf Raschke (58, parteilos).  © Steffen Füssel

Zum zweiten Mal nach 2012. Nun hofft die Stadt, dass der Freistaat sie für seine Vorschlagsliste aufnimmt, die wiederum in die neue deutsche Bewerberliste einfließen könnte. Sachsen darf zwei Vorschläge machen."

"Die Stätten des Meissener Porzellans" - mit dieser schnörkellosen Überschrift geht Meißen die Sache an.

Denn nichts weniger als die herausragende Rolle der Porzellanmanufaktur und ihren Einfluss auf die europäische Porzellanherstellung stellt die Bewerbung heraus, so Manufaktur-Chef Tillmann Blaschke (57).

"Als erste und älteste ihrer Art in Europa hat die Manufaktur die technologischen und gestalterischen Maßstäbe für alle nachfolgenden Porzellanmanufakturen gesetzt."

Und die Geschäftsführerin der Meissen-Porzellan-Stiftung, Anja Hell, sagt: "Die Manufaktur wurde im späten Barock zum 'Trendsetter' für die gesamte Tisch- und Tafelkultur in Europa."

Ob das Meissener tatsächlich eine Chance hat, bleibt jedoch fraglich.

Dresdens aberkannter Welterbetitel bleibt negativ in Erinnerung

Die Albrechtsburg ist Teil der Bewerbung.
Die Albrechtsburg ist Teil der Bewerbung.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

So ist Deutschland mit 46 von 1121 Stätten weltweit schon das Land mit den meisten Eintragungen. Darüber hinaus hat Sachsen mit der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří erst im Sommer 2019 seinen jüngsten Titel bekommen.

Eher unschön in Erinnerung ist bei der UNESCO die Aberkennung des Titels aus dem Jahr 2004 für Dresden 2009. Ein einmaliger Akt bislang.

Gebrauchen könnte "Meissener" den Titel.

Denn das Staatsunternehmen schreibt Jahr für Jahr Millionenverluste - zulasten des sächsischen Steuerzahlers.

Ein langer Atem ist gefragt: Die neue deutsche Liste wird der UNESCO erst Februar 2024 vorgelegt.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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