Willkommen! Blasewitzer öffnen ihre Pavillons

Dresden - Wie die Zeiten sich ändern: Wenn sich heute jemand einen Pavillon in den Garten baut, dann sollte der möglichst geschützt und weit weg von der Straße stehen. Im Dresden des 19. Jahrhunderts war das anders.

Domitilla de Laporte (44) und ihr Mann Alexis (45) stellen den Pavillon für das Nachbarschaftsfest zur Verfügung.
Domitilla de Laporte (44) und ihr Mann Alexis (45) stellen den Pavillon für das Nachbarschaftsfest zur Verfügung.  © Thomas Türpe

Wer damals etwas auf sich hielt, baute in einer Ecke des Grundstücks direkt an der Straße. Das Ergebnis kann man noch heute bestaunen – vor allem in Blasewitz.

Fast 50 der kleinen Gartenhäuschen sind dort noch erhalten. Eines davon steht auch im Garten von Alexis de Laporte (45) und seiner Frau Domitilla (44). Seit vier Jahren leben sie in Dresden und möchten das Bauwerk nicht missen.

"Der Pavillon sorgt für eine spezielle Stimmung im Garten. Er gibt dem Haus und dem Viertel das gewisse Etwas", sagt Alexis de Laporte (45). Das wurde schon für Familienfotos genutzt und auch die Kinder machen es sich immer wieder in dem Pavillon bequem.

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Als Katrin Sachs (53) von der Bürgerstiftung Dresden anrief und fragte, ob der Pavillon für das Nachbarschaftsfest am 11. September anlässlich des 100. Jubiläums der Eingemeindung von Blasewitz genutzt werden kann, musste sie deshalb auch nicht lange bitten.

Das ist in den Pavillons geplant

Bürgerstiftungs-Chefin Katrin Sachs (53) lädt zur "Blasewitzer Kaffeetafel". (Archivbild)
Bürgerstiftungs-Chefin Katrin Sachs (53) lädt zur "Blasewitzer Kaffeetafel". (Archivbild)  © Petra Hornig

"Wir geben dem Pavillon wieder seine ursprüngliche Funktion zurück", sagt de Laporte. Die bestand laut dem ehemaligen Dresdner Denkmalschützer Eberhard Münzner (83) darin, zu sehen und gesehen zu werden.

Zu sehen und vor allem zu hören gibt es in dem historischen Pavillon beim Fest den Striesener Männerchor. In den sechs anderen, die sich bislang beteiligen, finden kleine Lesungen statt oder es wird wie im Chorpavillon der Hochschule für Kirchenmusik ein Film über die Händler am Schillerplatz Mitte der 90er Jahre in Anwesenheit von Filmemacher Wolfgang H. Scholz (62) gezeigt.

Vom Festareal am Blauen Wunder sind Touren durch mehrere Pavillons geplant. "Weitere sind herzlich willkommen", sagt Sachs. Interessenten können sich bei der Bürgerstiftung melden.

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Das gilt auch für Blasewitzer, die mitmachen wollen, aber keinen Pavillion auf ihrem Grundstück haben. Sie können sich bei der Stiftung für den Abend einfach ein Pavillon-Zelt ausleihen. Mehr dazu unter dresden-blasewitz.info.

Titelfoto: Thomas Türpe

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