Ziel: Bundestag! Handwerker-Boss Ermer will jetzt politische Brötchen backen

Dresden - Vom Handwerkstag in den Bundestag?

Noch-Handwerkstags-Präsident Roland Ermer (57) in seiner eigenen Backstube in Bernsdorf bei Bautzen.
Noch-Handwerkstags-Präsident Roland Ermer (57) in seiner eigenen Backstube in Bernsdorf bei Bautzen.  © DPA/Robert Michael

Das ist der Plan von Roland Ermer (57). Der Bernsdorfer Bäckermeister übergibt sein Amt als Präsident des Sächsischen Handwerkstages in neue Hände und tritt als CDU-Direktkandidat zur Bundestagswahl im September an.

Dienstag wird in Dresden Ermers Nachfolger im Handwerkstag gewählt. "Klar ist ein wenig Wehmut dabei", so Ermer. Mehr als zehn Jahre war er Sprachrohr für rund 56.000 sächsische Handwerksbetriebe mit 300.000 Beschäftigten.

Ob der Bäckermeister nun mehr Zeit für seine Backstube hat, bleibt abzuwarten: Zum zweiten Mal tritt er als CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis Bautzen I zur Bundestagswahl an. 2017 verlor er gegen den AfD-Kandidaten. In Berlin will Ermer den Strukturwandel in seiner Heimatregion thematisieren.

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Streitbar war Ermer schon immer: 2012 wandte er sich wegen der Besteuerung von gespendeten Backwaren für die Tafel an den Bundesfinanzminister. Mehrere Tausend Euro Umsatzsteuer sollte er nachzahlen.

"Es wäre billiger gewesen, die Lebensmittel wegzuschmeißen", so Ermer. Die Regelung wurde geändert. 2020 wurde der Bäckermeister mit der Sächsischen Verfassungsmedaille ausgezeichnet.

Ob Ermer in den Bundestag einzieht oder nicht - seinen Familienbetrieb mit rund 30 Mitarbeitern will er in den nächsten Jahren an seine Tochter übergeben.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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