AfD-Idee: Gibt es Bauland in Dresden bald nur noch für Einheimische?

Dresden - Die Preise für Bauland in Dresden explodieren. Aktuell werden im Durchschnitt knapp 450 Euro pro Quadratmeter fällig. Das sind 236 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Sachsenweit ist das Spitze. Weil gleichzeitig auch die Baupreise steigen, fliehen junge Familien ins Umland. Eine neue Idee könnte das ändern.

In der Nähe des Kaufparks Nickern entstand in den vergangenen Jahren eine der letzten großen Einfamilienhaus-Siedlungen auf kommunalem Boden.
In der Nähe des Kaufparks Nickern entstand in den vergangenen Jahren eine der letzten großen Einfamilienhaus-Siedlungen auf kommunalem Boden.  © Eric Münch

Vor allem im Münchner Umland werden "Einheimischenmodelle" teils seit Jahrzehnten aus Sicht der jeweiligen Gemeinden erfolgreich umgesetzt.

In Pfaffenhofen an der Ilm etwa werden neue Baugebiete nur dann ausgewiesen, wenn 50 Prozent der Flächen nach den Modell-Regeln verkauft werden.

In einem Punktesystem profitieren Käufer, die in der Gemeinde wohnen und arbeiten, die Kinder haben, Angehörige pflegen und sich sozial engagieren. Zudem gibt es Obergrenzen bei Einkommen und Vermögen. Wer sich durchsetzt, bekommt die Flächen ungefähr zur Hälfte der marktüblichen Preise.

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Da der Wohnort ein wichtiges, aber nicht das einzige Kriterium ist, hatte der Europäische Gerichtshof keine Bedenken.

Die AfD fordert jetzt, dieses Modell auf Dresden zu übertragen.

Dieses Ziel soll das Modell verfolgen

AfD-Stadtrat Thomas Ladzinski (32) will Einheimische beim Wohnen bevorzugen. (Archivbild)
AfD-Stadtrat Thomas Ladzinski (32) will Einheimische beim Wohnen bevorzugen. (Archivbild)  © Eric Münch

Stimmt der Stadtrat zu, müsste die Verwaltung innerhalb eines Jahres ein entsprechendes Modell erarbeiten.

Die AfD will dafür vorerst noch vorhandene kommunale Flächen nutzen, eine Kooperation mit privaten Investoren solle geprüft, neue Baugebiete ausgewiesen werden.

"Übergeordnetes Ziel soll es sein, mehr Dresdner Familien mit geringem oder mittlerem Einkommen zu selbstgenutztem Wohneigentum zu bringen", sagt Stadtrat Thomas Ladzinski (32, AfD).

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Linke und Grüne reagieren verhalten. "Dresden hat nicht genügend eigene Grundstücke zur Vergabe. Wir fördern stattdessen den sozialen Wohnungsbau und Baugemeinschaften", sagt Thomas Löser (49, Grüne).

Das Konzept der Verwaltung sieht weniger Bauland am Stadtrand, dafür eine Nachverdichtung in der City vor.

Titelfoto: Montage: Eric Münch

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