Aufnahmestopp! Viel zu viele Mini-Stachler bei der Igelhilfe

Radebeul - Stachel-Alarm bei der Igelhilfe Radebeul: In den vergangenen Tagen quartierten die Helfer Dutzende Igel in Not ein, die meisten davon pflegeintensive Jungtiere und Babys. Nun herrscht Aufnahmestopp.

Stationsmitarbeiterin Steffi Eißner (58) wiegt einen der Neuzugänge.
Stationsmitarbeiterin Steffi Eißner (58) wiegt einen der Neuzugänge.  © Holm Helis

Von den 60 Neuzugängen auf der Igelstation allein am Wochenende waren 50 Igelbabys, viele davon mit Untergewicht unter 100 Gramm.

"Meist werden sie ohne Mutter gefunden. Die werden oft überfahren oder fallen dem Rasenmäher zum Opfer. Dann fehlt den Kleinen die Muttermilch", sagt Stationsmitarbeiterin Steffi Eißner (58).

Die Station sei jetzt mit insgesamt rund 130 Igeln ausgelastet, fünf ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich im Schichtsystem täglich um die Stachler.

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Zum Futtern gibt's je nach Zustand und Gewicht (pürierten) Brei (aus Hühnerbrühe, getreide- und zuckerfreiem Katzenfutter, Rührei, Hühnerfleisch) und spezielle Aufzuchtmilch.

Ausnahmen vom Aufnahmestopp gibt's nur noch für richtige Notfälle, die Hotline bleibt aber besetzt. "Wir finden immer eine Lösung", so Eißner. "Helfer und Igelpfleger werden noch gebraucht, können sich gerne melden!"

Wer kleine Igel in Not draußen findet, sollte einige Stunden beobachten, ob auch wirklich kein Muttertier kommt. Ein Schälchen Wasser geht immer. Grundsätzlich hilft es den Igeln, einen insektenfreundlichen Garten zu schaffen.

Aufwendige Handaufzucht: Dieses Igelbaby ist gerade mal zehn Tage alt, erhält eine Glukoselösung mit der Pipette.
Aufwendige Handaufzucht: Dieses Igelbaby ist gerade mal zehn Tage alt, erhält eine Glukoselösung mit der Pipette.  © Holm Helis
Igelschwemme in Radebeul: Zuletzt wurden Dutzende dieser kleinen Stachler einquartiert.
Igelschwemme in Radebeul: Zuletzt wurden Dutzende dieser kleinen Stachler einquartiert.  © Holm Helis

Am besten mit einem "Käferkeller": Loch ausheben (50 Zentimeter tief, breit und lang), die Wände flach halten, Totholz und Äste hinein - fertig ist das Käfer-Paradies. Und die Igel freut's!

Titelfoto: Holm Helis

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