Coronavirus in Dresden: MP sieht "erheblichen Gesprächsbedarf" beim Infektions-Schutzgesetz

Dresden - Die Corona-Krise in Dresden: Die Stadt selbst meldete seit Beginn der Pandemie 26.044 mit dem Virus infizierte Menschen, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 146,6 (Vortag: 148,9). Der Inzidenz-Wert des RKI liegt bei 136,3 (Vortag: 125,2; alle Stand: 11. April, 12 Uhr).

Auf der Brühlschen Terrasse in Dresden sind wegen der Coronavirus-Pandemie und dem Lockdown deutlich weniger Personen unterwegs als gewohnt.
Auf der Brühlschen Terrasse in Dresden sind wegen der Coronavirus-Pandemie und dem Lockdown deutlich weniger Personen unterwegs als gewohnt.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Freistaat befindet sich weiterhin im Lockdown, der zunächst bis mindestens 18. April dauern wird.

Seit dem 6. April gilt zudem eine neue Allgemeinverfügung in Dresden.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Dresden und Sachsen auf dem Laufenden.

Ältere Corona-Updates aus Dresden und Sachsen findet Ihr >> hier.

Alle weiteren Infos aus Deutschland und der Welt gibt's in unserem Corona-Liveticker.

Update, 11. April, 16.37 Uhr: Kretschmer sieht "erheblichen Gesprächsbedarf" bei geplantem Bundesinfektionsschutzgesetz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) sieht noch "erheblichen Gesprächsbedarf" bei der geplanten Neufassung des Bundesinfektionsschutzgesetzes.

So dürften sich Regelungen für Einschränkungen nicht allein an Inzidenzwerten orientieren, erklärte der CDU-Politiker am Sonntag in Dresden. Als zusätzlicher Faktor müsse zum Beispiel die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems in Betracht gezogen werden, indem ein Bettenindikator als Grundlage für härtere Einschränkungen berücksichtigt wird.

"Das ist aus meiner Sicht eine zwingende Voraussetzung für Akzeptanz in der Bevölkerung." Wie Kretschmer weiter forderte, soll eine Eingriffsschwelle für die Ausgangssperre erst ab einer Inzidenz von 200 gelten. Außerdem müssten weitere Ausnahmen für den Einzelhandel in das Gesetz aufgenommen werden, "damit die Angelegenheiten des täglichen Bedarfs auch im Falle eines Brücken-Lockdowns weiterhin ermöglicht werden".

Als Beispiele nannte er Werkstätten, Geschäfte für Babybedarf oder auch Zeitungsläden. Vor allem solle der Bund auf Regelungen im Schulbereich verzichten. Schließlich müsse das Gesetz zeitlich befristet werden und automatisch auslaufen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. April, 12 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen für Dresden

Die Stadt meldet am Sonntag 43 Neuinfektionen, darunter 18 bekannte Fälle von Virusmutationen. Drei Menschen mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Es gab keine weiteren Sterbefälle.

Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt laut Stadt 146,6 (Vortag: 148,9). Das RKI kommt auf einen Wert von 136,6 (Vortag: 125,5).

Update, 11. April, 9.19 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich in Sachsen der Marke von 200

Der Wert der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche nähert sich Sachsen der Marke von 200.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen 193,4 (Stand: 3.08 Uhr) nach 182 am Samstag. Nur Thüringen lag am Sonntag mit einer Inzidenz von 218,5 noch vor Sachsen. Für ganz Deutschland gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit 129,2 an nach 120,6 am Samstag.

Update, 11. April, 4.15 Uhr: Jagdverband: Angehende Jäger können Ausbildung nicht abschließen

Die sächsischen Jäger haben derzeit zwar keine Nachwuchssorgen, wegen der Corona-Pandemie aber Probleme mit der Ausbildung.

"Wir haben noch Jagdschüler aus dem Vorjahr, die ihre Prüfung bis jetzt noch nicht ablegen konnten", sagte Wilhelm Bernstein, Vizepräsident des Landesjagdverbandes. Dabei interessierten sich derzeit immer mehr junge Menschen für die Jagd, vor allem der Anteil der Frauen wachse deutlich.

Generell hat die Corona-Pandemie laut Bernstein kaum Auswirkung auf die Jagdsaison, die offiziell im April begonnen hat. "Die Jäger sind trotz des Virus für die Wildschäden verantwortlich und gehen halt alleine auf die Jagd." Es sei aber durchaus schweißtreibend, eine etwa 100 Kilogramm schwere Wildsau alleine aus dem Wald zu ziehen.

Er selbst habe ein spezielles Geschirr, um das erlegte Wild zu transportieren. Lediglich die Gesellschaftsjagden, bei denen bis zu 150 Jäger unterwegs seien, wurden abgesagt. Die Jägerschaft sei indes froh, dass die Jagd vom sächsischen Sozialministerium als systemrelevant angesehen worden ist.

Update, 10. April, 22.10 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen für Dresden

Am Samstag wurden vonseiten der Stadt Dresden 129 Infektionen gemeldet.

Gleichzeitig gelten rund 72 Personen als genesen. Das Robert-Koch-Institut beziffert die Sieben-Tage-Inzidenz auf 125,2. Laut der Stadt Dresden liegt die Inzidenz bei 148,9.

Update, 10. April, 16.11 Uhr: Große Resonanz auf Corona-Testangebot des Zoos

Das Angebot des Dresdner Zoos von kostenlosen Corona-Schnelltests für seine Besucher ist am Samstag auf große Resonanz gestoßen.

"Es ist sehr gut angenommen worden", sagte Zoosprecherin Kerstin Eckart am Nachmittag. Rund 300 Besucher hätten bis zu diesem Zeitpunkt einen Test absolviert. Ein negativer Test ist neben einem vorab gebuchten Onlineticket Voraussetzung für den Zugang zum Tierpark.

Der Zoo will bis auf weiteres an den Wochenenden kostenlose Corona-Schnelltests anbieten. Die Besucher können den Nachweis aber auch über einen zuvor in einem Testcenter absolvierten Schnelltest oder einen Selbsttest erbringen. Deren Ergebnisse dürften jedoch nicht älter als 24 Stunden sein. Kinder unter 7 Jahren sind von der Testpflicht befreit.

Die Schnelltests am Zoo werden auf einem extra abgesperrten Bereich des Parkplatzes von einem mobilen Testcenter angeboten, das vom Gesundheitsamt der Stadt zertifiziert ist.

Besucher sollen ihre Gesundheitskarte oder ihren Personalausweis mitbringen, um das Angebot wahrnehmen zu können. Das Testteam ist laut Zoo jeweils von 8.30 bis 16.00 Uhr einsatzbereit.

Medizinisches Personal und Besucher stehen anlässlich von Corona-Schnelltests in bzw. vor einem Zelt auf einem Parkplatz vor dem Zoo.
Medizinisches Personal und Besucher stehen anlässlich von Corona-Schnelltests in bzw. vor einem Zelt auf einem Parkplatz vor dem Zoo.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. April, 15.51 Uhr: Mobiler Impftruck des DRK im Vogtland beschmiert

Unbekannte haben in Oelsnitz im Vogtland einen mobilen Impftruck des Deutschen Roten Kreuzes beschmiert.

Sie schrieben mit schwarzer Farbe das Wort "Mörder" auf die Seite des Fahrzeugs, wie das DRK am Samstag auf Twitter mitteilte. "Das hat uns sehr betroffen gemacht", sagte der Sprecher des DRK-Landesverbands Sachsen dazu. Der Sattelauflieger sei in das feste Impfzentrum in Eich bei Treuen gebracht worden, wo er besser geschützt sei.

Laut Kranich ist es nicht das erste Mal, das Einrichtungen des DRK Ziel von Attacken war. Schon in der Vergangenheit sei etwa das Impfzentrum als "Giftzentrum" verunglimpft worden. Allerdings sei nun eine neue Dimension erreicht. Zahlreiche Nutzer gaben auf Twitter ihrer Abscheu über die Tat Ausdruck und bedankten sich bei den Mitarbeitern des DRK für deren Einsatz.

Update, 10. April, 14.13 Uhr: Gericht bestätigt Demoverbot für Corona-Maßnahmen-Gegner

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das Verbot der Stadt Leipzig einer für den Samstagnachmittag geplanten Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen bestätigt.

Die Richter schlossen sich der schon vom Verwaltungsgericht geäußerten Auffassung an, dass "von der angemeldeten Versammlung infektionsschutzrechtlich nicht vertretbare Gefahren für Versammlungsteilnehmer, Polizeibeamte und Passanten ausgehen, die nur durch deren Verbot zu vermeiden sind". So hieß es in der Mitteilung des Gerichts vom Samstag.

Update, 10. April, 9.54 Uhr: Corona-Inzidenzwert steigt in Sachsen wieder an

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hat der Wochenwert der Corona-Infektionen in Sachsen einen deutlichen Sprung nach oben gemacht.

Lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag noch bei 151, so stieg sie auf 182 am Samstag (Stand: 3.08 Uhr). Bundesweit lag nur Thüringen mit einem Wert von 206,3 noch vor Sachsen. Die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland wurde mit 120,6 angegeben.

Noch immer, so das RKI, ist die Interpretation der Zahlen schwierig, weil es während der Osterfeiertage und -ferien vermutlich weniger Test gab und auch weniger Ergebnisse übermittelt werden konnten.

Update, 10. April, 9.01 Uhr: Trotz Corona: 600 AfD-Delegierte in Dresden erwartet

Inmitten der dritten Corona-Welle versammeln sich an diesem Wochenende in Dresden 600 Delegierte der AfD zu einem zweitägigen Bundesparteitag. Dabei soll ein Programm für die Bundestagswahl am 26. September beschlossen werden.

Die Delegierten müssen im Saal einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer von dieser Verpflichtung durch ein ärztliches Attest befreit ist, erhält ein rotes Schlüsselband. Zu den Corona-Skeptikern in der AfD gehört der bayerische Bundestagsabgeordnete Hansjörg Müller (52). Am Vorabend des Parteitages schrieb er in einer Pressemitteilung: "Ja, es gibt das Corona-Virus, aber unser Immunsystem ist darauf gepolt, dass es damit zurechtkommt." Mehr dazu lest im TAG24-Artikel "600 AfD-Delegierte in Dresden erwartet, Aktionsbündnis ruft zu Protest auf".

Jörg Meuthen (59,r) und Tino Chrupalla (45), die AfD- Bundessprecher, in der Messehalle in Dresden. Dort findet vom 10. bis 11. April der AfD-Bundesparteitag mit der Abstimmung über das Wahlprogramm statt.
Jörg Meuthen (59,r) und Tino Chrupalla (45), die AfD- Bundessprecher, in der Messehalle in Dresden. Dort findet vom 10. bis 11. April der AfD-Bundesparteitag mit der Abstimmung über das Wahlprogramm statt.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 10. April, 5.50 Uhr: Wegen Corona bisher 440 Haftantritte in Sachsen verschoben

Bis Mitte Februar ist in Sachsen die Vollstreckung von 440 Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren coronabedingt verschoben worden. Ausgenommen davon sind wegen Gewalttaten, Sexualstraftaten oder Rauschgiftkriminalität Verurteilte.

Nach Angaben des Justizministeriums sind zudem 5254 Ersatzfreiheitsstrafen - wenn zu Geldstrafen Verurteilte nicht zahlen können - unerledigt oder unterbrochen. Der entstandene Rückstau könne wegen der Hygienemaßnahmen in den Gefängnissen und des Infektionsgeschehens nur langsam abgebaut werden. Etwa Ersatzfreiheitsstrafen sollen möglichst durch Ratenzahlung oder gemeinnützige Arbeit verbüßt werden.

Am 1. April waren insgesamt 2829 Menschen hinter Gittern - und die zehn Gefängnisse zu gut drei Viertel belegt. Größere Ausbrüche in den Justizvollzugsanstalten wurden bisher verhindert. Durch die Aufschiebung von Haftantritten konnten Quarantänebereiche geschaffen werden, um etwa Neuzugänge gesondert unterzubringen. Aktuell sind nach Ministeriumsangaben elf Gefangene und 15 Bedienstete mit Corona infiziert.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Dresden Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0