Der Konflikt vom Schillerplatz: Warum stoppt die Polizei die Radler vom Blauen Wunder?

Dresden - Zwei Wochen lang heißt es bei der Dresdner Polizei "Respekt durch Rücksicht". Zwei Wochen lang wollen die Beamten mit täglichen Kontrollen dafür sorgen, dass es zukünftig zu weniger Unfällen mit Radfahrern kommt. Am Sonntag zog die Polizei Zwischenbilanz nach Woche 1 - und zeigte damit einen schon seit Jahren schwelenden Konflikt am Schillerplatz.

Wer auf dem Fußweg über die Brücke fährt, wird von der Polizei aus dem Verkehr gezogen.
Wer auf dem Fußweg über die Brücke fährt, wird von der Polizei aus dem Verkehr gezogen.  © Tino Plunert

Rund 300 Radler und 200 Autofahrer hielt die Polizei an. Häufigster Verstoß der Radler: 130 fuhren in die falsche Richtung, 65 verbotenerweise auf dem Gehweg.

Die meisten der Gehweg-Radler (38) stoppte die Polizei allerdings ausgerechnet am Schillerplatz, einem Ort, den Dresdens Fahrradclub schon lange im Auge hat. "Rein verkehrsrechtlich muss man auf dem Blauen Wunder die Fahrbahn nutzen", sagt ADFC-Geschäftsführer Edwin Seifert (48). "In der Realität machen das nur hardcore-selbstsichere Radfahrer."

Grund: Starke Verkehrsbelastung und mangelnder Abstand zum Überholen. "Entweder man fühlt sich dort sehr gefährdet", so Seifert. "Oder man fährt illegal."

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Der Radverband fordert deshalb bereits seit Jahren eigene Radspuren über die Brücke. Das Rathaus will allerdings erstmal die Sanierung des Blauen Wunders abwarten. "Die Polizei kontrolliert einfach dort, wo es am einfachsten geht", kritisiert Seifert.

ADFC-Geschäftsführer Edwin Seifert (48) kritisiert die Verkehrssituation am Blauen Wunder.
ADFC-Geschäftsführer Edwin Seifert (48) kritisiert die Verkehrssituation am Blauen Wunder.  © Thomas Türpe
Radfahrer müssen auf der Straße übers Blaue Wunder fahren.
Radfahrer müssen auf der Straße übers Blaue Wunder fahren.  © Holm Helis

In der Woche ging es allerdings nicht nur Radlern an den Kragen: 65 Autofahrer erwischten die Beamten bei Rot, 59 hatten das Handy in der Hand, 41 waren nicht angeschnallt.

Titelfoto: Tino Plunert

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