Die Sinnlos-Ampel von der Bautzner: Hier sehen Autofahrer ständig Rot

Dresden - Autofahren kann in Dresden zur Geduldsprobe werden, vor allem im Berufsverkehr. Da ist jede rote Ampel ein besonderes Ärgernis.

Die Ampel auf der Bautzner Straße soll helfen, dass sich Busse leichter einfädeln können.
Die Ampel auf der Bautzner Straße soll helfen, dass sich Busse leichter einfädeln können.  © Petra Hornig

Auf der Bautzner Straße würde deshalb wohl so mancher Autofahrer derzeit am liebsten ins Lenkrad beißen. Denn dort steht stadteinwärts Höhe Schloss Albrechtsberg seit Kurzem Dresdens wohl sinnloseste Ampel.

Die schaltet nach nur 30 Sekunden wieder für 50 Sekunden auf Rot. Dadurch soll eigentlich den Bussen, die von der davor endenden Busspur kommen, ermöglicht werden, sich in die verbliebene Fahrspur einzufädeln.

Ob tatsächlich gerade ein Bus kommt oder nicht, spielt bei der Schaltung allerdings keine Rolle! Die Ampel schaltet dauerhaft nach dem festgelegten Muster auf Rot und die Autos müssen halten, warten und können dann erst weiterfahren. Die Folge: Stau!

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Und der soll mitunter bis zur Mordgrundbrücke reichen. Im Rathaus wiegelt man jedoch ab: "Das Straßen- und Tiefbauamt kann die Auswirkung auf die Stauzeiten für den Kfz-Verkehr nicht bestätigen", sagt Bauamtsleiterin Simone Prüfer (56).

Bauamtsleiterin Simone Prüfer (56).
Bauamtsleiterin Simone Prüfer (56).  © Steffen Füssel
Alle 30 Sekunden schaltet die Ampel auf Rot - ob ein Bus kommt oder nicht.
Alle 30 Sekunden schaltet die Ampel auf Rot - ob ein Bus kommt oder nicht.  © Petra Hornig

Ampel am Ende der Busspur erfüllt laut Rathaus eine Pförtnerfunktion

Die Busse hätten auch ohne Ampel Vorfahrt.
Die Busse hätten auch ohne Ampel Vorfahrt.  © Petra Hornig

Stattdessen ist man sogar äußerst zufrieden mit der neuen Verkehrssituation durch Busspur und Ampel. "Die neu eingerichtete Busspur erfüllt ihren Zweck. Die durchschnittliche Verspätung der Ersatzverkehrslinie 11 in der Spitzenstunde von fast 7 Minuten konnte auf maximal 2 Minuten reduziert werden", heißt es aus dem Rathaus.

Die Ampel am Ende der Busspur erfülle eine Pförtnerfunktion. "Nur die Anzahl an Kraftfahrzeugen, die auch in einem Umlauf an der nächsten Lichtsignalanlage an der Bautzner Straße/Fischhausstraße abfließen können, können besagte Lichtsignalanlage passieren." Statt in der Baustelle staut es sich damit davor.

Warum allerdings der rollende Verkehr außerhalb der Stoßzeiten mit der Ampel gestoppt wird, bleibt unklar. Zumal die ankommenden Busse ohnehin Vorfahrt haben und unabhängig davon, was die Ampel zeigt, einfach durchfahren.

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Vielleicht fällt den Autofahrern eine Antwort ein. Die haben an der Ampel ja Zeit darüber nachzudenken.

Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig/Steffen Füssel

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