Einblick ins Hauptstaatsarchiv: Sachsens "Gedächtnis" wird immer digitaler

Dresden - Das Hauptstaatsarchiv Dresden öffnete gestern Besuchern seine Türen. Sie konnten Magazine besichtigen, Schriften entziffern lassen, restaurierte Dokumente bestaunen und Vorträgen lauschen. Das Publikum wurde sogar Zeitzeuge: Sachsens Archive schreiten auf dem Pfad der Digitalisierung forsch voran.

Prof. Dr. Peter Wiegand (55) öffnete am Samstag die Türen zum Hauptstaatsarchiv.
Prof. Dr. Peter Wiegand (55) öffnete am Samstag die Türen zum Hauptstaatsarchiv.  © Steffen Füssel

"Seit 2013 gibt es in Sachsen das elektronische Staatsarchiv. Heute sind dort aktuell 15 Millionen Informationseinheiten abrufbar", erklärt Peter Wiegand (55), der Leiter des Hauptstaatsarchivs.

Das können Bilder, Akten oder Karten sein... Das Sächsische Staatsarchiv (archiv.sachsen.de) ist das zuständige Archiv für Gerichte, Behörden und sonstige öffentliche Stellen. Seine Aufgabe besteht darin, wertvolle Unterlagen aus Geschichte und Gegenwart zu bewahren und zugänglich zu machen.

Dabei stützt sich Sachsens "Gedächtnis" auf zwei Säulen: Die "sachlich" vorliegenden Papiere und Dokumente (davon liegen bereits 30 Millionen Scans vor, die schrittweise online gehen) und die elektronischen Daten.

Die werden nach und nach immer mehr und ersetzen perspektivisch die "Papier-Akten". Wiegand stellt klar: "Bei uns landen nur bewusst ausgewählte Informationen im Speicher. Unser Archiv ist keine Datenkrake wie Google oder YouTube."

Die Digitalisierung eröffnet den staatlichen Archivaren neue Arbeitswelten: IT-Kompetenz ist gefragter denn je. Ebenso Weit- und Umsicht, denn Technologien und Standards ändern sich in der Datenverarbeitung zügig. Beispiel: Wer besitzt heute noch die Hard- und Software, um massenhaft Daten von alten Disketten auslesen zu können?

Aktuell läuft in Sachsen ein Modellversuche zur Übernahme von Daten aus digitalen Verwaltungsakten. Peter Wiegand: "Das wird in Zukunft ganz wichtig für unsere Arbeit."

Drei Tipps von den Profis des Staatsarchivs

Darauf solltet Ihr bei der langfristigen Sicherung Eurer persönlichen digitalen Materialien achten:

  • Nutzt gängige Dateiformate! Das erhöht die Chancen, auch nach Jahren noch "Übertragungswege" zu finden.
  • Faustformel: Je komplizierter ein Objekt oder ein Programm ist, desto schwieriger wird es, das im Archiv zu erhalten! Spätestens mit der Anschaffung neuer Rechentechnik solltet Ihr auch Eure Daten "zeitgemäß" sichern.
  • Speichert Eure wichtigsten Daten auf einer externen Festplatte und hinterlegt diese bei Freunden oder Familienangehörigen. So beugt Ihr einem möglichen Totalverlust vor.

Mehr Infos im Netz: meindigitalesarchiv.de

Zum Tag der offenen Tür konnten Besucher auch restaurierte Dokumente bestaunen.
Zum Tag der offenen Tür konnten Besucher auch restaurierte Dokumente bestaunen.  © Eric Münch
Christian Treu (32) bewahrt Daten von alten Datenträgern wie dieser Festplatte (re.) und diesem Magnetband aus DDR-Zeiten.
Christian Treu (32) bewahrt Daten von alten Datenträgern wie dieser Festplatte (re.) und diesem Magnetband aus DDR-Zeiten.  © Eric Münch
Das Hauptstaatsarchiv befindet sich passenderweise auf der Archivstraße in Dresden.
Das Hauptstaatsarchiv befindet sich passenderweise auf der Archivstraße in Dresden.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel

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