Er klaute alles, um seine Sucht zu finanzieren, sogar Blutproben!

Dresden - Seit seinem 13. Lebensjahr konsumiert er alle möglichen Drogen. Jetzt will Michael G. (32) mal eine Therapie machen. Zeit wird's: Denn im Drogenrausch legte der Arbeitslose einen unfassbaren Ritt durchs Strafgesetzbuch hin. Jetzt ist Prozess im Landgericht Dresden.

Michael G. (32) nahm lange Drogen, will jetzt zur Therapie.
Michael G. (32) nahm lange Drogen, will jetzt zur Therapie.  © Holm Helis

Satte 24 Vorwürfe listet der Staatsanwalt auf. Eingeschlagene Autoscheiben, eingetretene Türen, demolierte Feuerlöscher, üble Angriffe auf Bekannte zwischen Prohlis und Reick. 

"Ich war völlig abgerissen", sagt Michael, der wegen der Drogen nicht mehr alle Taten rekapitulieren kann. So riss er im Streit um ein Handy einem Kumpel den Tunnelohrring heraus.

Während Polizei und Rettungsdienst vor Ort waren, fuhr der Angeklagte schier ununterbrochen mit dem Fahrstuhl. "Das weiß ich nicht mehr", sagte er beschämt.

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Auf der Suche nach verwertbaren Sachen für Drogen brach er in Werkstätten, Lagerhallen und Firmen ein. In einem Labor klaute er neben Kühlakkus sogar Blutproben!

Dieser Beute entledigte er sich aber auf einem nahen Parkplatz wieder. 

Sogar Blutkonserven klaute der Drogensüchtige laut Anklage.
Sogar Blutkonserven klaute der Drogensüchtige laut Anklage.  © Imago images

Das Urteil für Michael G. wird bald verkündet

Und Michael G. flutete laut Anklage im Juni 2019 ein Hochhaus. Im 15. Stock am Albert-Wolf-Platz zerrte er an einem Steigrohr, das prompt riss. Das Wasser ergoss sich in 20 Wohnungen. Schaden: 50.000 Euro.

Nun soll ein Gutachter klären, ob der Angeklagte therapiefähig ist. Urteil folgt.

Titelfoto: Holm Helis

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