Dresden: Hausbesetzer vom Dach geholt, Gebäude geräumt

Dresden - Kaum ist die erste Besetzung Vergangenheit, kam die zweite: Diesmal enterte eine Gruppe namens "Radikarl*a" ein kleines Gebäude in Lößnitzstraße 5. Doch diesmal griff die Polizei schnell durch. Trotzdem kam es noch zu Verhandlungen mit Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne).

Das Haus auf der Lößnitzstraße 5 wurde mit bunten Transparenten behangen.
Das Haus auf der Lößnitzstraße 5 wurde mit bunten Transparenten behangen.  © Thomas Türpe

Gegen 16 Uhr flatterten die Banner, gegen 18 Uhr gab eine Sprecherin der Gruppe den Grund der Aktion bekannt: "Weil wir queerfeministische Freiräume brauchen", sagt sie vor rund 50 Unterstützern. "Das Haus hier wird aktuell nicht genutzt und darüber sind wir wütend."

Auf dem Dach skandierten drei Aktivisten (15, 17, 21) Parolen, zündeten Pyrotechnik. Unterstützer warfen Wasserflaschen nach oben, später wurde ein Versorgungsseil gespannt.

Kurz nach 20 Uhr wurde es dann brenzlig: Mit starken Kräften, Ramme und Schild rückte die Polizei an.

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Der städtische Immobilienverwalter STESAD hatte Strafanzeige erstattet, jetzt sollte geräumt werden.

Nahezu zeitgleich kam aber auch Baubürgermeister Kühn für Verhandlungen an.

Vor dem leerstehenden Haus versammelten sich mehrere Unterstützer des Protests.
Vor dem leerstehenden Haus versammelten sich mehrere Unterstützer des Protests.  © Thomas Türpe
Mehrere Dresdner blockierten zeitweise die Lößnitzstraße.
Mehrere Dresdner blockierten zeitweise die Lößnitzstraße.  © Thomas Türpe
Drei Personen protestierten auf dem Dach des Hauses gegen den Leerstand.
Drei Personen protestierten auf dem Dach des Hauses gegen den Leerstand.  © Thomas Türpe
Zuvor machte sich auch Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) ein Bild von der Lage.
Zuvor machte sich auch Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) ein Bild von der Lage.  © xcitepress/lpk

Baubürgermeister sieht "berechtigtes Interesse", kann aber keine Zusage geben

"Die drei jungen Damen haben ein berechtigtes Interesse", so der Politiker. "Sie suchen einen Schutzraum für Frauen und LGBT."

Er hatte den Besetzerinnen ein Gespräch angeboten: "Aber die Erwartung war, dass es heute eine Zusage gibt, dass es dieses Objekt wird und diese kann ich nicht geben."

Damit waren die Verhandlungen gescheitert. Wenig später holte die Polizei die drei vom Dach.

Gegen 21 Uhr ging die Polizei gegen die Besetzer vor.
Gegen 21 Uhr ging die Polizei gegen die Besetzer vor.  © privat
Mehrere Beamte holten die Besetzer vom Dach des Hauses.
Mehrere Beamte holten die Besetzer vom Dach des Hauses.  © xcitepress/lpk
Als die drei Besetzer auf ein Polizeirevier gebracht werden sollten, blockierten rund 50 Personen die Straße. Polizisten mussten sie teils wegtragen.
Als die drei Besetzer auf ein Polizeirevier gebracht werden sollten, blockierten rund 50 Personen die Straße. Polizisten mussten sie teils wegtragen.  © xcitepress

Am Ende gab's für die drei je eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Im Einsatz waren rund 100 Beamte der sächsischen Bereitschaftspolizei, des LKA Sachsen und der Polizeidirektion Dresden.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, xcitepress/lpk, privat

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