Dresdner Hochhaus in Quarantäne: Tests abgeschlossen

Dresden - Trotz vieler Lockerungen in der Stadt steht ein komplettes Hochhaus in Dresden unter Quarantäne. Im Studentenwohnheim auf der Hildebrandstraße 7 ist ein junger Mann kürzlich aus Indien wiedergekehrt, an Corona erkrankt und an den Folgen gestorben. Ab Freitag werden sämtliche Hausbewohner verpflichtend getestet.

Bei den Testungen am Freitag werden auch Feuerwehr und Polizei vor Ort sein.
Bei den Testungen am Freitag werden auch Feuerwehr und Polizei vor Ort sein.  © xcitepress

Aufgrund des rasanten Krankheitsverlaufs wird von einer Virus-Mutation ausgegangen. Dabei bereitet den Behörden vor allem ein Grund zur Sorge.

Der Student befand sich in einem guten Allgemeinzustand, ehe sich seine Gesundheit rapide verschlechterte.

Durch die am Freitag, dem 4. Juni, beginnenden Testungen sollen "etwaige Infektionsketten aufgedeckt und weiter nachverfolgt werden", teilte die Stadt Dresden bereits am Donnerstag in einer Mitteilung mit.

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Die Corona-Tests werden vom Gesundheitsamt vorgenommen.

Vor Ort sind ebenfalls Polizei und Feuerwehr, informierte die Stadt Dresden am Freitag.

Für Dienstag, den 8. Juni, ist das Ende der Absonderung für die Bewohner des Quarantäne-Hochhauses geplant, da die geplante "Probensequenzierung" bis dahin vollständig abgeschlossen sein soll.

Sämtliche Bewohner müssen verpflichtend zum Corona-Test. Mitarbeiter des Gesundheitsamts bereiten am Freitagmorgen alles dafür vor.
Sämtliche Bewohner müssen verpflichtend zum Corona-Test. Mitarbeiter des Gesundheitsamts bereiten am Freitagmorgen alles dafür vor.  © xcitepress
Am Donnerstag waren bereits Polizeikräfte vor dem Wohnheim in der Hildebrandtstraße im Einsatz und überwachten, dass keiner das Haus verließ.
Am Donnerstag waren bereits Polizeikräfte vor dem Wohnheim in der Hildebrandtstraße im Einsatz und überwachten, dass keiner das Haus verließ.  © Tino Plunert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 12.19 Uhr: Seit 9.30 Uhr wird getestet

Vor dem Haus wird getestet. Das Brand und Katastrophenschutzamt organisiert zudem die Versorgung der Bewohner mit Grundnahrungsmitteln.
Vor dem Haus wird getestet. Das Brand und Katastrophenschutzamt organisiert zudem die Versorgung der Bewohner mit Grundnahrungsmitteln.  © Ove Landgraf

Die Testungen begannen um 9.30 Uhr. Bei den Hausbewohnern werden tiefe Nasen-Rachen-Abstriche vorgenommen und die Daten der Personen erfasst.

Parallel zu den Testungen vor Ort organisiert das Brand- und Katastrophenschutzamt die Versorgung der Hausbewohner mit Grundnahrungsmitteln.

Zudem wird gebeten, das Objekt Hildebrandstraße 7 weiträumig zu meiden und die Ermittlungsarbeit vor Ort nicht zu behindern.

Update, 14.30 Uhr: Schon 100 Personen getestet, neue Details über Verstorbenen

Die Polizei bewacht weiterhin die Zugänge zum betroffenen Hochhaus.
Die Polizei bewacht weiterhin die Zugänge zum betroffenen Hochhaus.  © Ove Landgraf

Nach TAG24-Informationen kehrte der mittlerweile verstorbene Student in der letzten Aprilwoche aus Bangalore nach Dresden zurück. Der 30-Jährige wurde vor seiner Einreise negativ getestet, blieb bis zum 9. Mai in häuslicher Quarantäne. Am 25. Mai kam der Student mit Symptomen ins Krankenhaus, wo er am 1. Juni verstarb.

Aktuell wurden in dem Hochhaus schon etwas mehr als 100 Personen der rund 200 Bewohner getestet. Erste Erkenntnisse über eventuell Infizierte sollen am Wochenende vorliegen.

Update, 20 Uhr: Konzert für isolierte Bewohner geplant

Wie die Dresdner Band "Banda Comunale" auf Facebook mitteilt, wird sie am morgigen Samstag ein Konzert für die im Hochhaus isolierten Bewohner.

Demnach habe das Gesundheitsamt angefragt. "Bande Comunale" hoffe, die Studenten damit "ein wenig aufmuntern zu können".

Update, 20.10 Uhr: 170 Bewohner getestet

Zwei Bewohner des Hochhauses erhalten nach ihren Tests Informationen zum weiteren Vorgehen.
Zwei Bewohner des Hochhauses erhalten nach ihren Tests Informationen zum weiteren Vorgehen.  © Ove Landgraf

Wie die Stadt am Abend mitteilte, wurden bis 17 Uhr 170 isolierte Bewohner getestet.

Nun soll nachvollzogen werden, wer noch infiziert ist und um welchen Virenstamm es sich dabei jeweils handelt.

Titelfoto: Ove Landgraf

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