Dresdner Polizei gewährt Einblick: Welche Schichten, wie viele Notrufe und wann ist die Hölle los?

Dresden - 110, Polizei! Die Polizeidirektion Dresden gewährt seltene Einblicke ins Innenleben der Beamtinnen und Beamten. Wer nimmt eigentlich die Anrufe entgegen und wie ist die Besetzung? Interessante Fakten "aus der Schaltzentrale".

110! Wer sitzt eigentlich am anderen Ende der Leitung?
110! Wer sitzt eigentlich am anderen Ende der Leitung?  © Sophia Weimer/dpa

Im FLZ, dem Führungs- und Lagezentrum, nehmen "rund 60 Polizistinnen und Polizisten" Notrufe entgegen, so heißt es in der Mitteilung vom heutigen Freitag.

Jeden Tag, jede Nacht, im Zwölf-Stunden-Schichtsystem. Wer die 110 wählt, kommt bei den Beamtinnen und Beamten im FLZ raus.

Und da gibt es einiges zu tun. Allein im Kalenderjahr 2020 waren es über 126.000 Anrufe. Um genau zu sein: 126.653. Das ist ein Tagesdurchschnitt von 346. Das heißt, dass das Telefon im Schnitt etwa alle vier Minuten klingelt!

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Was für eine Anzahl!

Aber das war schon mal schlimmer. Denn: Im Jahr 2019 waren es in der Landeshauptstadt noch deutlich mehr. Fast 135.000 Notrufe gingen im Vorjahr bei der Polizei Dresden ein.

Doch wann glühen die Leitungen eigentlich am meisten?

Die Antwort ist klar: Freitag.

Meiste Anrufe in der Rushhour, Sonntag ist alles etwas entspannter

Wann bekommt die Dresdner Polizei die meisten Anrufe? (Symbolbild)
Wann bekommt die Dresdner Polizei die meisten Anrufe? (Symbolbild)  © dpa/Boris Roessler

Insgesamt wurde an den Freitagen im vergangenen Jahr 19.761-mal die 110 gewählt.

Sonntags ist es da dann schon etwas entspannter zugegangen. Insgesamt mussten dabei nur 14.870 Anrufe entgegengenommen werden.

Und um welche Zeit klingeln die Leitungen beinahe im Minutentakt?

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Auch das erscheint auf den zweiten Blick recht logisch. Gegen 16 Uhr laufen die Hörer heiß. Grund hierfür ist allem voran der Berufsverkehr.

In der "Rushhour" passieren die meisten Unfälle. Arbeitnehmer fahren von der Arbeit heim, die Kinder müssen aus der Schule oder dem Kindergarten, oder man ist unterwegs zur Freizeitaktivität. Die Beamten müssen entsprechend in Alarmbereitschaft sein.

Während es unter der Woche nachts recht ruhig zugeht, wird zudem am Wochenende vermehrt auch in den Abend- und Nachtstunden bei der Polizei angerufen.

In Zeiten von Corona und im Zuge von Lockdowns und Ausgangssperren dürfte diese Statistik jedoch deutlich beeinflusst worden sein. Wohl auch ein Grund, warum 2020 in Summe etwa 8000 Anrufe weniger eingingen, als im Jahr zuvor.

Titelfoto: Sophia Weimer/dpa, dpa/Boris Roessler

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