Eigentumslage strittig! Skulpturen-Streit auf der Hauptstraße

Dresden - 35 Jahre gehörten sie fest zum Bild der Hauptstraße: Die acht Sandsteinskulpturen, die einst im Zwinger standen. Doch 2014 wurden sie wegen ihres schlechten Zustands abgebaut und im Lapidarium eingelagert. Geblieben sind die leeren Sockel. Und die werden wohl noch eine Weile leer bleiben.

SPD-Stadtrat Stefan Engel (28, SPD) ist überrascht, dass die Eigentumsfrage der Skulpturen nicht geklärt ist.
SPD-Stadtrat Stefan Engel (28, SPD) ist überrascht, dass die Eigentumsfrage der Skulpturen nicht geklärt ist.  © Ove Landgraf

Denn wie das Rathaus auf eine Anfrage von SPD-Stadtrat Stefan Engel (28) mitteilt, streiten sich die Stadt und der Freistaat darüber, wem die sieben Originale und die Kopie gehören.

Dabei war eigentlich klar, dass die Skulpturen, die Künste wie die Malerei und Wissenschaften wie die Mathematik darstellen, als Kopien an die Hauptstraße zurückkehren sollen. Das sei aus denkmalpflegerischer Sicht "nicht nur wünschenswert, sondern dringend angezeigt", hieß es vor zwei Jahren aus dem Rathaus.

Das Geld dafür wurde aber nie in den Haushalt eingestellt. Auf neuerliche Nachfrage Engels erklärt die Verwaltung nun, dass die Wiederherstellung für den aktuellen Doppelhaushalt nicht forciert worden sei, weil es zu den Skulpturen sowie zu Sandsteinvasen aus dem Großen Garten "einen fortdauernden rechtlichen Austausch mit dem Freistaat Sachsen" gebe.

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Denn: "Die Eigentumslage ist strittig." Und das wohl schon seit 2019. Ein kurzfristiges Ende des Streits ist laut Rathaus nicht absehbar. Diese Aussage sorgt bei Engel für Verwunderung. "In der ersten Antwort auf meine Anfrage 2019 stand das noch nicht drin", sagt er.

Engel kündigt an, nun noch einmal bei der Stadt nachzuhaken.

So sah die Hauptstraße bis zum Abbau der Skulpturen 2014 aus.
So sah die Hauptstraße bis zum Abbau der Skulpturen 2014 aus.  © imago images/Sylvio Dittrich
Seit sieben Jahren sind die Skulpturen im städtischen Lapidarium eingelagert.
Seit sieben Jahren sind die Skulpturen im städtischen Lapidarium eingelagert.  © Eric Münch

Für eine Skulptur gibt es Hoffnung

An die Skulpturen erinnern an der Hauptstraße nur noch die leeren Sockel.
An die Skulpturen erinnern an der Hauptstraße nur noch die leeren Sockel.  © Holm Helis

Dort will man sich auf TAG24-Anfrage nicht zum aktuellen Stand der Verhandlungen äußern. Bis zu einem Ergebnis, sollen die Skulpturen nicht zurückkehren. Dabei spielt es für die Herstellung der Kopien eigentlich keine Rolle, wem die Originale gehören, wie die Verwaltung selbst mitteilt.

Stattdessen hänge die Aufstellung von Kopien "vor allem von der Bereitstellung der dazu erforderlichen finanziellen Mittel ab". Wie viel Geld genau dafür gebraucht wird, ist allerdings unklar. 2019 schätzte das Rathaus die Kosten auf 60.000 Euro pro Figur.

Zumindest für eine Skulptur gibt es Hoffnung. Der Stadtbezirksbeirat Neustadt will 55.000 Euro für eine Kopie der "Archäologie" bereitstellen. Der entsprechende Antrag wurde in der Sitzung in dieser Woche auf Wunsch der Stadtverwaltung jedoch vertagt.

Titelfoto: Ove Landgraf/Imago Images/Sylvio Dittrich

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