Erneute Hausbesetzung in Dresdner Neustadt

Dresden - Nach der Villa auf der Jägerstraße wurde zum zweiten Mal in dieser Woche ein Haus in der Dresdner Neustadt besetzt.

Die feministische Gruppe "Radikarl*a" besetzt das Gebäude auf Lößnitzstraße 5. Die Polizei ist ebenfalls vor Ort.
Die feministische Gruppe "Radikarl*a" besetzt das Gebäude auf Lößnitzstraße 5. Die Polizei ist ebenfalls vor Ort.  © Thomas Türpe

Die feministische Gruppe "Radikarl*a" hat laut eigenen Angaben seit 16 Uhr ein Haus auf der Lößnitzstraße 5 in Dresden besetzt.

Hintergrund der Aktion sind die feministischen Besetzungstage, die von vom 26. Juli bis zum 1. August stattfinden.

Die Aktivistinnen wollen damit Rückzugsräume schaffen: "Es sind viel zu viele Menschen von patriarchaler Gewalt betroffen und für diese Menschen gibt es keine oder nur unzureichend viele Frei- und Rückzugsräume", sagt Lilo, Sprecherin der Gruppe, in einer Mitteilung, die kurz nach dem Start der Besetzung versandt wurde.

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Genau so ein Ort soll auf der Lößnitzstraße entstehen.

Die Stadt lasse "Häuser sinnlos leer stehen", obwohl Wohnraum gebraucht werde. "Wir sind mit dieser Politik nicht einverstanden, deswegen besetzen wir."

Die Polizei macht sich bereits ein erstes Bild von der Lage vor Ort.
Die Polizei macht sich bereits ein erstes Bild von der Lage vor Ort.  © Thomas Türpe

Haus auf Lößnitzstraße soll in Zukunft für Vorträge und Konzerte genutzt werden

Wenn es nach den Aktivistinnen geht, soll das Gebäude in Zukunft eine Unterkunft für Menschen in schwierigen Wohnsituationen werden.
Wenn es nach den Aktivistinnen geht, soll das Gebäude in Zukunft eine Unterkunft für Menschen in schwierigen Wohnsituationen werden.  © Thomas Türpe

In Zukunft sollen in dem Haus unter anderem Vorträge und Konzerte stattfinden und auf dem Grundstück eine Unterkunft für Menschen in schwierigen Wohnsituationen geschaffen werden.

"Der Stadtrat trägt die Verantwortung dafür, dass es genügend diskriminierungsarme, kulturelle Orte in Dresden gibt. Der hohe Leerstand und fehlende Freiräume zeigen uns, dass dieser Verantwortung zu wenig Beachtung geschenkt wird. Nun gibt es Konsequenzen: Wir handeln und werden uns diese Räume nehmen", so Lilo weiter.

Zahlreiche Unterstützer der Besetzung blockieren am Abend die Lößnitzstraße.
Zahlreiche Unterstützer der Besetzung blockieren am Abend die Lößnitzstraße.  © Thomas Türpe

Bereits am Montagnachmittag hatte die Gruppe "Leerstandsbewohner*innen" eine alte Villa in der Jägerstraße besetzt. Als sich die Polizei am Mittwoch Zutritt verschaffte, war jedoch niemand mehr im Haus.

Titelfoto: Thomas Türpe

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