Erste Bücherverbrennung: Dresden machte vor 88 Jahren den Anfang

Dresden - Der 8. März ist alljährlich in Dresden durch ein trauriges Jubiläum belegt.

SA-Trupps verbrannten am 8. März 1933 unter Polizeischutz Bücher am Wettiner Platz.
SA-Trupps verbrannten am 8. März 1933 unter Polizeischutz Bücher am Wettiner Platz.  © Deutsche Fotothek Dresden

In diesem Jahr ist es 88 Jahre her, dass in der Elbmetropole die ersten Bücher brannten - zwei Monate vor den Bücherverbrennungen im ganzen Reich.

Der Historiker Mike Schmeitzner (Hannah-Arendt-Institut) erinnert im Gespräch mit SZ-Redakteur Oliver Reinhardt in einem Video der Städtischen Bibliotheken (#weiterlesen) an die Dresdner Ereignisse.

Schon fünf Wochen nach Hitlers Machtantritt und zwei Tage nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 loderten die Flammen in Dresden. Zuerst am 7. März vor der Volksbuchhandlung an der Großen Meißner Straße, dann am 8. März am Wettiner Platz.

Ein Foto dokumentiert, dass bewaffnete Polizisten zuließen, dass ein SA-Trupp Stapel aufgeschichteter Bücher aus den Beständen der Volksbuchhandlung und aus dem Verlagshaus der sozialdemokratischen "Dresdner Volkszeitung" anzündeten. "Die Infrastruktur des politischen Gegners sollte zerstört werden", so Schmeitzner.

Während im März die Aktion "von unten" ausging, war die Bücherverbrennung am 10. Mai am Bismarckturm von langer Hand geplant und von einer früh nazifizierten Studentenschaft organisiert worden.

Im Geschichtsgedächtnis der Stadt ist der 8. März eher verankert als der 10. Mai, fehlt an der Bismarcksäule doch bis heute eine Gedenktafel.

Titelfoto: Deutsche Fotothek Dresden

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