Was denn nun? Fernsehturm-Eröffnung steht wieder auf der Kippe

Dresden - Ist die berühmte "Eierschecke auf dem Fernsehturm" bereits Geschichte? Eine Absichtserklärung für die Öffnung der Aussichtsplattform wurde ohne Debatte im Stadtrat vertagt. Aktuell ist eine Mehrheit gegen den Turm denkbar. Ein alter Rettungsplan liegt zumindest wieder auf dem Tisch.

Dunkle Wolken ziehen auf. Die Revitalisierung des Fernsehturmes wurde gestoppt.
Dunkle Wolken ziehen auf. Die Revitalisierung des Fernsehturmes wurde gestoppt.  © dpa/Ralf Hirschberger

Die Fakten: Im Rat hätten jetzt die Weichen eigentlich endgültig in Richtung Sanierung und Wiedereröffnung gestellt werden sollen. So sollten mit 1,5 Millionen Euro die Planungen angeschoben werden.

Der vorentscheidende Bauausschuss stimmte noch zu. Dann die Riesen-Überraschung: Auf Antrag der Grünen und mit Stimmen von CDU und SPD wurde vertagt!

Der Beschluss verschiebt sich damit mindestens bis zur nächsten Sitzung, vielleicht sogar länger.

Gründe dafür: Die Grünen haben ein generelles Problem mit der Wiedereröffnung, die CDU will die Haushaltsberatungen abwarten, die SPD sieht Verkehrsprobleme.

Die Reaktionen darauf waren heftig. "Grüne und CDU gefährden die Wiedereröffnung. Es wurde sehr lange diskutiert, die erforderlichen Gelder sind von Bund und Land zugesagt, jetzt darf Dresden nicht zögern", so Linken-Chef André Schollbach (42).

Mittlerweile findet eine kritische Bürgerinitiative deutlich mehr Gehör im Stadtrat.
Mittlerweile findet eine kritische Bürgerinitiative deutlich mehr Gehör im Stadtrat.  © Eric Münch

Wiedereröffnung wird laut FDP-Chef Holger Zastrow hinausgezögert

"Die Wiedereröffnung ist zum Greifen nah. Doch jetzt wird Foul gespielt, um alles hinauszuzögern", so FDP-Chef Holger Zastrow (51), der sich im Ernstfall mit dem Erzfeind zur Zweckgemeinschaft zusammenschließen will. "Ich würde im Schulterschluss mit den Linken auf das Mittel des Bürgerentscheides zurückgreifen, um die Wiedereröffnung zu retten." Mittlerweile gebe es zudem fünf Interessenten für die Betreibung des Turmes, die nicht verschreckt werden dürften.

Entwarnung zum Glück bei den Fördermitteln: Die extrem wichtige Zusage vom Bund sei "längerfristig", bestätigt Torsten Herbst (47, FDP), der als stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss sitzt.

Titelfoto: dpa/Ralf Hirschberger

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