Gewerkschafter klagen über die Maskenpflicht: Leidtragende sind die Beschäftigten im Handel

Dresden - Die Maskenpflicht in Sachsens Geschäften bringe viele Belastungen mit sich, kritisiert die Gewerkschaft ver.di. Die Beschäftigten im Einzelhandel seien die Leidtragenden.

Für Angestellte im Supermarkt fällt die Arbeit mit Maskenpflicht noch beschwerlicher aus.
Für Angestellte im Supermarkt fällt die Arbeit mit Maskenpflicht noch beschwerlicher aus.  © Tobias Hase/dpa

Eine Supermarkt-Mitarbeiterin berichtet über ihre Probleme. Die Verkäuferin arbeitet in einer Discounter-Filiale im Dresdner Umland, muss seit dieser Woche wie alle Mitarbeiter einen Mundschutz tragen.

"Das ist die Hölle. Ich bekomme durch das stundenlange Tragen Kopfschmerzen, habe Probleme mit dem Sehen. Buchstaben verschwimmen vor meinem Auge. Das Atmen fällt schwer, die Konzentration ist gestört", sagt die Frau mittleren Alters.

Aus Angst vor negativen Folgen will die Sächsin anonym bleiben.

"Vor allem die schwere körperliche Arbeit mit Paletten, Konserven und Getränken ist mit Mundschutz belastend. Die ganze Belegschaft stöhnt über die Dinger. Wir wollen sie loswerden. Die Politik muss die Regelung ändern."

Laut ver.di-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago fühlen sich Mitarbeiter von ihren Chefs allein gelassen.

"Es scheint sich kein Arbeitgeber Gedanken zu machen, wie mit den erhöhten Belastungen umgegangen werden soll", sagt der Gewerkschafter. "Ich halte regelmäßige bezahlte Pausen beim Tragen von Schutzmasken von zehn Minuten pro Stunde für angebracht."

Die Discounter-Kette teilt mit, man unterstütze die Maskenpflicht soweit wie möglich. Konkreter wird das Gesundheitsministerium: "Wir wissen um das Problem der erschwerten Arbeitsbedingungen und behalten dies auch im Blick", so eine Sprecherin. "Allerdings ist mit einer generellen Lockerung der Bedeckungspflicht im Moment noch nicht zu rechnen."

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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