Hier wird lecker ausgeteilt: Großer Ansturm auf die Kochbeutel-Aktion in Prohlis!

Dresden - Milch, Gries, Äpfel, Zimt ... und ein Rezept für Griesbrei mit Apfelkompott für zwei Personen. Das steckte am Donnerstag in 40 blauen Prohliser Kochbeuteln.

Pfarrerin Bettina Reinköster (47) teilt im Gemeindezentrum die Kochbeutel an Bettina Hirche (61, Mitte) und Karin Wahl (69, r.) aus.
Pfarrerin Bettina Reinköster (47) teilt im Gemeindezentrum die Kochbeutel an Bettina Hirche (61, Mitte) und Karin Wahl (69, r.) aus.  © Holm Helis

Seit Jahresanfang werden sie jeden Donnerstag in der evangelischen Kirchgemeinde Prohlis und im Familientreff Mareicke verteilt.

Der Inhalt variiert von Zutaten für Omas Pfanne mit Würstchen bis hin zum Gemüseeintopf.

Das Quartiersmanagement schubste die Aktion an - als kleine Entlastung der Haushaltskasse. Aber auch, damit den Mietern in der Pandemie nicht die Decke auf den Kopf fällt. Kochen als Zeitvertreib.

Die Malteser übernahmen den Einkaufstransport, die Vonovia die Finanzierung. "Wir unterstützen das Projekt mit wöchentlich 250 Euro", so Bewirtschafter Jörg Kempe (53).

Zum Monatsende läuft die Kochbeutel-Ausgabe aus - ein neuer Sponsor wird dann gesucht.

Denn der Bedarf ist groß und die Lebensmittel sind willkommen.

Die Aktion kommt gut an: "Das ist eine tolle Sache"

Vonovia-Bewirtschafter Jörg Kempe (53) zeigt, welche Zutaten im Kochbeutel drin sind.
Vonovia-Bewirtschafter Jörg Kempe (53) zeigt, welche Zutaten im Kochbeutel drin sind.  © Holm Helis

"Die Ersten stehen manchmal schon eine Stunde vor der Tür, bevor ich öffne", sagt Pfarrerin Bettina Reinköster (47).

Bettina Hirche (61) gehörte am Donnerstag zu den Vorderen in der Schlange. Trotz Gehhilfen nahm sie das Anstehen in Kauf.

"Das ist eine tolle Sache. Wunderbar zum Kochen. Und außerdem kann man ein bisschen quatschen", lacht die Seniorin. Mit ihr ist Karin Wahl (69) gekommen. "Seit 17 Jahren gehöre ich zur Gemeinde."

Auch ihr geht es nicht nur um den gesparten Einkauf. "Man kommt mal raus. Es ist ein Treffpunkt."

Trotz Abstand und Maske - vor der Kirchgemeinde wird rege getratscht und palavert. "Ich sehe einige Gemeindemitglieder wieder, aber nicht nur sie. Jeder kann kommen", sagt die Pfarrerin.

Manche nehmen auch einen Beutel für den Nachbarn mit - zum Essenkochen und für die Seele.

Titelfoto: Holm Helis

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