Hausbesetzung in Dresdner Neustadt: Polizei greift erst mal nicht ein!

Dresden - Die Hausbesetzer in der Dresdner Neustadt haben noch etwas Ruhe: Die Polizei will vorerst nicht gegen sie vorgehen. So ist die aktuelle Lage:

Die Aktivisten haben mehrere Plakate an dem Mehrfamilienhaus aufgehängt.
Die Aktivisten haben mehrere Plakate an dem Mehrfamilienhaus aufgehängt.  © xcitepress

Am gestrigen Samstagnachmittag haben Aktivisten ein Haus in der Schanzenstraße besetzt, um gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen und Profitinteressen von Immobilienfirmen zu protestieren. Nachdem einige Personen in dem zuvor leerstehenden Mehrfamilienhaus übernachtet hatten, gab es am heutigen Sonntagmorgen ein gemeinsames Frühstück mit Interessierten und Nachbarn.

Die Bewohner, wie sich die Aktivisten selbst nennen, hätten ein Konzept erstellt, wie es mit der Immobilie in der Dresdner Neustadt weitergehen könnte und "sind bereit mit dem Besitzer über die mögliche Nutzung zu verhandeln", teilten sie mit.

"Menschen, die nicht aus Akademikerfamilien stammen oder trotz harter Arbeit die hohen Mieten nicht bezahlen können, sind gezwungen, ihre Häuser zu verlassen", so die Bewohner zur aktuellen Situation in Dresden. 

Und weiter: "Wir finden nicht, dass so etwas in einem angeblichen Sozialstaat wie Deutschland passieren darf!"

Die Aktivisten wollen deshalb in dem Haus unter anderem Räume für diejenigen anbieten, die "auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert werden" oder Frauen, Lesben, inter-, non-binary- und Trans-Personen sind.

Polizei geht frühestens in der kommenden Woche gegen Besetzer vor

Wie die Polizei mitteilte, waren zeitweise bis zu 200 Personen vor dem Haus, als die Aktivisten die Kontrolle darüber gewannen. Am Sonntagmorgen sollen sich dort weiterhin rund 20 Menschen aufgehalten haben. 

"Die Polizei hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch aufgenommen und prüft weitere Maßnahmen", teilte die Behörde am Morgen mit. Doch gegenüber TAG24 erklärte ein Polizeisprecher, dass so schnell nicht gegen die Aktivisten vorgegangen werde.

"Dass wir die Personen herausholen, wird am Sonntag wohl nicht passieren", so der Polizeisprecher. "Wir vermitteln nun zwischen den Besetzern und dem Eigentümer." Am Montag werde die Lage jedoch neu betrachtet, weitere Maßnahmen behalten sich die Beamten vor.

So sieht das neue Haus-Nutzungskonzept der Aktivisten aus

Besetzer wollen sich ruhig verhalten, zünden Pyro

Auf Twitter hieß es am Sonntagmorgen, das Haus sei frei begehbar.

Titelfoto: xcitepress

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