Hier protzt der Totraser von Ali (†6): Autorennen startete per Hupsignal

Dresden - Hätte er sich doch an seine eigenen Sprüche gehalten: "Vielleicht kannst du die Vergangenheit nicht ändern, aber die Zukunft liegt in deiner Hand", schreibt Mohammad F. (31) zu einem Bild seines aufgemotzten Mercedes. Eben jenes Auto, das am Wochenende den kleinen Ali (†6) das Leben kostete. 

Der Syrer Mohammad F. (31) protzte gern mit seinem Mercedes.
Der Syrer Mohammad F. (31) protzte gern mit seinem Mercedes.  © privat

Der Raser sitzt mittlerweile in U-Haft, die Polizei vermutet ein illegales Autorennen. Der bisherige Ermittlungsstand spricht dafür (TAG24 berichtete).

Nach ersten Ermittlungsergebnissen war der BMW, in dem Mouhammed H. (23) sich ein Rennen mit dem Mercedes geliefert haben soll, erst am Vortag gekauft worden. Deshalb hatte er auch noch kein Dresdner Kennzeichen. Welcher der beiden Syrer auf die Idee des fatalen Rennens gekommen ist, muss noch geklärt werden.

Dass sie sich messen wollten, ist kaum mehr zweifelhaft: Die ersten Ermittlungen ergaben, dass eines der beiden Autos an der Haltelinie der Kreuzung Hahnebergstraße bereits wartete, erst dann der zweite Wagen daneben fuhr.

Dann gab es ein Startsignal - per Hupe, berichten Zeugen. Anschließend bretterten der Mercedes und der BMW los.

In kürzester Zeit hatten sie die rund 500 Meter bis zur Schweizer Straße zurückgelegt. Die Stelle, an der Mohammad F. den kleinen Ali mit seinem Mercedes erfasste und ihn so kurz vor seiner Einschulung das Leben nahm. Die Ermittlungen dauern an.

Der sechsjährige Ali wurde auf der Budapester Straße zu Tode gerast.
Der sechsjährige Ali wurde auf der Budapester Straße zu Tode gerast.  © privat

Kann der Raser wegen Mordes verurteilt werden?

Auch der verzweifelte Notarzteinsatz konnte das Leben des Kindes nicht retten.
Auch der verzweifelte Notarzteinsatz konnte das Leben des Kindes nicht retten.  © Roland Halkasch

Wer bei einem "verbotenen Kraftfahrzeugrennen" einen Menschen schwer verletzt oder tötet, kann nach Verschärfung des Strafgesetzbuches im Oktober 2017 (§ 315d) zu einer Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahren verurteilt werden.

Für Aufsehen sorgten die Urteile (nach alter Rechtsprechung) gegen die sogenannten "Ku'damm-Raser", die durch ihr Rennen 2016 einen 69-Jährigen getötet hatten.

Sie wurden zunächst wegen Mordes verurteilt, kassierten damit "automatisch" lebenslange Haftstrafen (mindestens 15 Jahre). Später hob der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil auf, da der "Vorsatz" nicht korrekt begründet worden war. 

Dieser liegt vor, wenn es der Raser für möglich hält, dass ein Mensch sterben kann und er das billigend in Kauf nimmt. Ohne diesen Vorsatz ist von fahrlässiger Tötung auszugehen. 

An dieser Ampel startete das fatale Straßenrennen.
An dieser Ampel startete das fatale Straßenrennen.  © Steffen Füssel

Der Berliner Hauptangeklagte wurde später erneut wegen Mordes rechtskräftig verurteilt. Das Urteil gilt als Ausnahme, entscheidend ist immer der Einzelfall.

Titelfoto: privat

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