Hier wird an der Zukunft geschmiedet: Blick in die neue Bosch-Fabrik

Dresden - Nach der Eröffnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (67, CDU) sind die ersten Chips in der neuen Bosch-Fabrik in Klotzsche vom Band gelaufen. Nun soll die Produktion stetig ausgebaut werden. Perspektivisch könnte sich das "Milliardenwerk" sogar noch verdoppeln!

Der Eingang zur Milliardenfabrik an der Knappsdorfer Straße in Klotzsche.
Der Eingang zur Milliardenfabrik an der Knappsdorfer Straße in Klotzsche.  © Norbert Neumann

Mit rund einer Milliarde Euro investierte Bosch so viel wie noch nie in eine Fabrik. In nur drei Jahren zog der Chip-Gigant seine Fabrik auf einem Feld im Norden hoch. Nun läuft die Produktion erster Chips ("Leistungsschalter") für Bohrmaschinen.

"Sie werden noch erprobt, etwa in Klimakammern oder mit Schütteln", sagt Werksleiter Christian Koitzsch (46).

Derzeit befinde man sich in der Anlaufphase mit rund 300 Mitarbeitern. Die werden vor allem für die Wartung der Maschinen gebraucht, denn die Fertigung auch im Reinraum läuft mit vollautomatisierten Transportsystemen und Robotern weitgehend autark.

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Nach weiteren Chips für E-Fährräder und E-Scooter sollen auch Halbleiter für Auto-Teile wie ABS und ESP folgen.

Bis die Massenproduktion mit dann rund 700 Mitarbeitern läuft, werden noch ein paar Jahre vergehen.

Leiter Christian Koitzsch (46) zeigt einen Teil der Fläche, der für einen möglichen Ausbau des Werks zur Verfügung steht.
Leiter Christian Koitzsch (46) zeigt einen Teil der Fläche, der für einen möglichen Ausbau des Werks zur Verfügung steht.  © Norbert Neumann
Mitarbeiterin Ann-Christin Böttger (23) hält einen Silizium-Wafer. Das ist die Grundplatte, auf der die Mikrochips im Produktionsverlauf angebracht werden.
Mitarbeiterin Ann-Christin Böttger (23) hält einen Silizium-Wafer. Das ist die Grundplatte, auf der die Mikrochips im Produktionsverlauf angebracht werden.  © Norbert Neumann
Ein Blick in die Fabrik der Zukunft: Der "Subfab"-Bereich unterm Reinraum versorgt diesen mit Luft, Strom und Gasen. Darum verlaufen hier kilometerweise Rohre.
Ein Blick in die Fabrik der Zukunft: Der "Subfab"-Bereich unterm Reinraum versorgt diesen mit Luft, Strom und Gasen. Darum verlaufen hier kilometerweise Rohre.  © Norbert Neumann

Dulig: Möglicher Ausbau ist eine Riesen-Chance für Sachsen

Jedes Rohr und Ventil ist digital eingezeichnet und für Mitarbeiter abrufbar, was die Wartung und Kontrolle erleichtert.
Jedes Rohr und Ventil ist digital eingezeichnet und für Mitarbeiter abrufbar, was die Wartung und Kontrolle erleichtert.  © Norbert Neumann

"Dann kann man über mehr nachdenken", sagte Koitzsch. "Wir können die Fabrik spiegeln, die Produktionsfläche verdoppeln. Es gibt auch Platz für ein Entwicklungszentrum." Aber das sei ein Marathon, eine lange Strecke.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD) nannte den möglichen Ausbau am Montag bei einer Werksführung eine Riesen-Chance für den Freistaat. Schon die Bosch-Ansiedlung sei die wichtigste Zukunftsinvestition der letzten Jahre gewesen.

Der Konzern hatte sich 2017 für Dresden entschieden, sich dabei ein 100.000 Quadratmeter (14 Fußballfelder) großes Grundstück gesichert.

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Bislang wurde nur etwa die Hälfte bebaut.

Titelfoto: Norbert Neumann

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