Hunderte Steine, 8200 virtuelle Punkte: Das ist Dresdens Grenze

Dresden - Alles hat seine Grenzen - natürlich auch die Landeshauptstadt. Und zwar eine ziemlich lange: Über lange 139 Kilometer zieht sich das unsichtbare Band, das Dresden von seinen Nachbarn trennt. Doch wer ist eigentlich verantwortlich für diese Grenze? Wer misst nach, wenn es zu Unstimmigkeiten kommt und wo werden die Koordinaten festgehalten? Wir haben da einmal nachgehakt.

Klara Töpfer (55) leitet in Dresden das Amt für Geodaten und Kataster.
Klara Töpfer (55) leitet in Dresden das Amt für Geodaten und Kataster.  © Amac Garbe

Klara Töpfer (55) ist seit 2012 Leiterin des Amtes für Geodaten und Kataster. Dort stellen 130 Mitarbeiter (inklusive Azubis) zum Beispiel alle Kartengrundlagen für den Themenstadtplan zusammen, der im Internet über stadtplan.dresden.de abrufbar ist, eine wahre Fundgrube an Informationen.

Töpfer: "Auch Fachaufgaben werden vom Amt übernommen." Also Anfragen von anderen Ämtern. Außerdem fällt beispielsweise die Vergabe von Hausnummern in ihr Ressort. Natürlich geht es beim Katasteramt um die Vermessung des gesamten Stadtgebiets, nicht nur seiner Grenze. Aber um die eben auch.

Insgesamt hat Dresden 16 Nachbargemeinden. Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, wären das Radeburg, Ottendorf-Okrilla, Wachau, Radeberg, Arnsdorf, Dürrröhrsdorf-Dittersbach, Pirna, Heidenau, Dohna, Kreischa, Bannewitz, Freital, Wilsdruff, Klipphausen, Radebeul und Moritzburg.

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Die längste gemeinsame Grenze hat Dresden dabei mit der Gemeinde Radeberg (23,4 Kilometer), die kürzeste teilt man sich mit Kreischa (3,3 km).

Höchster Punkt, am schwersten zu erreichende Stelle und Streitereien um Grenzverlauf

Blick über die Elbe in Richtung Friedenskirche. Der Fluss bildet auf gut fünf Kilometer Länge die Grenze zu Radebeul.
Blick über die Elbe in Richtung Friedenskirche. Der Fluss bildet auf gut fünf Kilometer Länge die Grenze zu Radebeul.  © Norbert Neumann

Der höchste Punkt der Grenze liegt mit 357,5 Metern südlich von Zaschendorf und grenzt an den Pirnaer Stadtteil Graupa. "Der unzugänglichste dürfte in der Elbe liegen", ergänzt Amtsleiterin Klara Töpfer. Auf gut fünf Kilometer Länge bildet der Fluss die Grenze zu Radebeul.

Logisch, dass dort auf dem Grund der Elbe keine Grenzsteine die Grenze markieren. Die teils historischen Brocken stehen ohnehin nicht an jedem der insgesamt 8200 Grenzpunkte, die den "Rahmen" der Landeshauptstadt bilden.

Wenn ein Grenzpunkt auch nicht physisch markiert ist, "so gibt es ihn doch als Koordinate", sagt Klara Töpfer. Diese Koordinaten sind im Liegenschaftskataster vermerkt.

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Kleinere Unstimmigkeiten darüber, wo exakt jetzt die Grenze zwischen Dresden und einer Nachbargemeinde verläuft, gab es laut Amtsleiterin Töpfer ab und an in der 1990er- und 2000er-Jahren, als die digitalen Karten erstellt wurden.

Vor allem, weil in den Jahrzehnten zuvor ("Wir haben noch alle Unterlagen seit 1850") nicht immer mit der heutigen Präzision gemessen wurde. Diese Fragen wurden aber seither alle gelöst.

Dieser schöne Grenzstein liegt in Klotzsche am Park an der Darwinstraße.
Dieser schöne Grenzstein liegt in Klotzsche am Park an der Darwinstraße.  © Landeshauptstadt Dresden, Amt für Geodaten und Kataster
Die Grenzen der Landeshauptstadt sind in Natura unsichtbar. Erst auf Karten wird das über 139 Kilometer lange "Band" sichtbar.
Die Grenzen der Landeshauptstadt sind in Natura unsichtbar. Erst auf Karten wird das über 139 Kilometer lange "Band" sichtbar.  © Stepmap

Und auch kleinere Gebiets-Austausche, zum Beispiel im Rahmen einer Flurbereinigung, habe es in den letzten Jahren nicht mehr gegeben.

Titelfoto: Montage: Stepmap, Landeshauptstadt Dresden, Amt für Geodaten und Kataster, Amac Garbe

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