Im Labor des Felsenkellers: Wissenschaftler erforschen die Geschichte dieses Meteoriten

Dresden - Er ist nur so groß wie ein Tischtennisball, wiegt nur 24,5 Gramm. Hat aber eine aufregende Reise durchs Universum hinter sich. Am 12. September 2019 landete mit Lichtstreif und Knall ein Meteorit im Flensburger Garten von Erik Due-Hansen.

Die Planetologen Markus Patzek (l.) und Addi Bischoff untersuchten noch vor den Dresdnern das Objekt.
Die Planetologen Markus Patzek (l.) und Addi Bischoff untersuchten noch vor den Dresdnern das Objekt.  © dpa/Michael C. Möller/WWU

Der spektakuläre Fund wird jetzt von Rossendorfer Forschern des Helmholtz-Zentrums (HZDR) sowie des VKTA-Labors für Strahlenschutz, Analytik & Entsorgung untersucht: im Dresdner Felsenkellerlabor einer ehemaligen Brauerei. 

"Es ist von einer 45 Meter dicken Felsschicht überdeckt", erklärt VKTA-Laborleiter Detlev Degerin. "Sie schirmt die kosmische Strahlung weitgehend ab." 

Hier lauerten die Wissenschaftler mit hochempfindlichen Detektoren der Gammastrahlung aus dem Meteoriten auf - und entdeckten zwei kurzlebige Nuklide, die für Meteoriten typisch sind.

Nicht viel über Meteorit bekannt

Der Stein, der in Flensburg gefunden wurde, ist nur so groß wie ein Tischtennisball.
Der Stein, der in Flensburg gefunden wurde, ist nur so groß wie ein Tischtennisball.  © Erik Due-Hansen

Für die Fahndung nach langlebigen Nukleiden sägten sie kleine Stücke vom Meteoriten ab, zermahlten sie zu Pulver. 

Eine Prise des Himmelstaubs erhielt Silke Merchel vom HZDR für die chemische Aufbereitung. "Wir trennen die einzelnen Elemente voneinander." 

Bei der anschließenden Analyse im Massenspektrometer wurden bis dato vier Radionuklide bestimmt.

Sie deuten darauf hin, dass der Meteorit nur in den letzten 5 000 Jahren der kosmischen Strahlung ausgesetzt war. Der Stein stammt vermutlich aus dem Inneren eines größeren Himmelskörpers, der bei einer Kollision aufbrach. 

"Der Meteorit hat eine ungewöhnliche Geschichte, die wir durch weitere Analysen aufklären möchten", so Merchel.

Titelfoto: Erik Due-Hansen, dpa/Michael C. Möller/WWU

Mehr zum Thema Dresden Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0