Jeder fünfte Laden dicht! Leerstand-Alarm in der Dresdner City

Dresden - Corona hat auch die Dresdner Innenstadt stark verändert. Während die meisten großen Ketten die Pandemie-Einschränkungen irgendwie überstehen konnten, haben vor allem viele kleine Händler aufgeben müssen. Jetzt liegt erstmals eine umfassende Leerstandsanalyse vor.

93 City-Läden in Dresden stehen mittlerweile leer.
93 City-Läden in Dresden stehen mittlerweile leer.  © Thomas Türpe

"Corona war der Brandbeschleuniger für die momentane Entwicklung. Die neue Analyse zeigt kein Horrorszenario, wohl aber eine deutlich negative Entwicklung, die nun gestoppt werden muss", sagt Citymanagerin Friederike Wachtel (32).

Die wichtigsten Fakten: Aktuell stehen 93 Läden (bei gleichzeitig etwa 370 offenen Läden) in Erdgeschoss-Zonen im Stadtzentrum leer - also jedes fünfte Geschäft. Zusammen liegen momentan etwa 22.000 Quadratmeter Ladenfläche und damit etwa jeder zehnte Quadratmeter brach.

"Vor allem die Nachfrage nach traditionellen Nutzungen wie Textil- und Haushaltswaren ist fast zum Erliegen gekommen.

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Es sind weitere Leerstände zu erwarten", sagt Studienleiter Eddy Donat (61) von der Dresdner Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung.

Auch die Prager Spitze kämpft gegen den Leerstand. Jack Wolfskin ist ausgezogen.
Auch die Prager Spitze kämpft gegen den Leerstand. Jack Wolfskin ist ausgezogen.  © Thomas Türpe

Handels-Experten: Weniger Systemgastronomie, mehr innovative Konzepte

Präsentierten am Freitag die Leerstandsanalyse: Citymanagerin Friederike Wachtel (32) und Gutachter Eddy Donat (61).
Präsentierten am Freitag die Leerstandsanalyse: Citymanagerin Friederike Wachtel (32) und Gutachter Eddy Donat (61).  © Thomas Türpe

Auffallend: Drei Viertel aller freien Läden sind baulich in einem neuwertigen Zustand. In erster Linie (33 Prozent) stehen kleine Geschäfte bis 100 Quadratmeter leer.

Geschäfte ab 400 Quadratmeter sind rein zahlenmäßig weniger betroffen. Dennoch summieren sich diese Flächen auf über die Hälfte des Gesamt-Leerstandes.

Besonders anfällig sind die Wilsdruffer Straße (zehn leere Läden), die Prager Straße mit Hauptbahnhof (23) sowie die südliche Altstadt samt Altmarkt (22).

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Die Lösungen laut den Handels-Experten: weniger Systemgastronomie, mehr innovative Konzepte, aber auch mehr Grün in der City und weiterhin erreichbare und bezahlbare Parkplätze.

"Auch wenn wir langfristig eine autoarme Innenstadt brauchen, es sind die Autofahrer, welche die großen Shopping-Tüten nach Hause schaffen", sagt Citymanagerin Wachtel.

Titelfoto: Thomas Türpe

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